Kurdenkonflikt Öcalan will PKK angeblich zur Waffenruhe aufrufen

Der inhaftierte kurdische Rebellenchef Abdullah Öcalan plant angeblich eine "historische" Erklärung: Er werde seine PKK nach fast 30 Jahren Kampf gegen den türkischen Staat am Donnerstag zum Waffenstillstand aufrufen, kündigte ein Abgeordneter an.

Öcalan (Aufnahme aus 1993): "Historische Erklärung" angekündigt
AFP

Öcalan (Aufnahme aus 1993): "Historische Erklärung" angekündigt


Istanbul - Der kurdische Politiker Selahattin Demirtas hat einen "historischen Aufruf" von Rebellenchef Abdullah Öcalan angekündigt. Am Donnerstag werde der seit 14 Jahren inhaftierte Kurdenführer seine PKK zum Waffenstillstand aufrufen.

Dies habe Öcalan ihm bei einem Besuch auf der Gefängnisinsel Imrali bestätigt, sagte Demirtas von der pro-kurdischen BDP am Montag in Istanbul. Öcalan verbüßt auf Imrali eine lebenslange Haftstrafe wegen Hochverrats. Der Abgeordnete verlas eine Erklärung Öcalans, in der es hieß: "Ich setze meine Vorbereitungen fort, um am 21. März, dem Tag des kurdischen Neujahrsfests Newroz, einen Aufruf zu starten. Die Erklärung, die ich abgeben werde, wird historisch sein."

Die Verkündung eines einseitigen Waffenstillstands der PKK könnte das Ende des seit drei Jahrzehnten dauernden Kurdenkonflikts bedeuten. Dabei wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Im Gegenzug für einen endgültigen Gewaltverzicht verlangen Öcalan und die PKK vom türkischen Staat die Garantie politischer und kultureller Rechte für die rund zwölf Millionen Kurden im Land.

Die PKK ist in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, als terroristische Organisation verboten. Türkische Spezialkräfte hatten Öcalan im Winter 1999 in Kenia festgenommen. In der Folge kam es zu zahlreichen Ausschreitungen. In Berlin erschossen israelische Sicherheitskräfte vier PKK-Anhänger, die das Generalkonsulat des Landes gestürmt hatten. Seit Ende vorigen Jahres ist Öcalan mit der türkischen Regierung im Gespräch.

als/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.