Abgeschossenes Flugobjekt USA vermuten Russland hinter Drohnen-Einsatz

Wer steuerte die Drohne, die von der türkischen Luftwaffe abgeschossen wurde? In Washington ist man überzeugt: Sie gehörte Russland. Moskau jedoch wiegelt ab - die eigene Flotte sei komplett.

Aufnahme der Drohne: Unklare Herkunft
AFP/ Anadolu Agency

Aufnahme der Drohne: Unklare Herkunft


Der Abschuss der Drohne an der türkisch-syrischen Grenze bleibt rätselhaft. Die wichtigste Frage: Wem gehört das abgestürzte Flugobjekt? Der russischen Armee oder doch Syriens Streitkräften? Zumindest die US-Regierung hat sich schon einmal festgelegt: "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es eine russische Drohne ist", sagte ein Vertreter am Freitag in Washington. Es lägen keine Informationen vor, dass die syrische Armee den Drohnentyp einsetze, der in den türkischen Luftraum eingedrungen war.

Nachdem erste Bilder veröffentlicht worden waren, hatten einige Beobachter im Internet tatsächlich Ähnlichkeiten mit einer russischen Drohne des Modells Orlan 10 festgestellt. Doch Moskau weist die Verantwortung von sich. Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte der Agentur Tass zufolge: "Alle russischen Flugzeuge, die in Syrien eingesetzt werden, sind zur Militärbasis zurückgekehrt. Auch die Drohnen funktionieren planmäßig."

Die Onlineausgabe der Zeitung "Hürriyet" meldete unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, es handele sich wahrscheinlich um eine Drohne der syrischen Armee. Die meisten dieser Drohnen stammten aus Iran.

Türkische Kampfflugzeuge hatten die Drohne am Freitag an der Grenze zu Syrien unter Feuer genommen. Trotz dreifacher Warnung habe das Luftfahrzeug seinen Kurs fortgesetzt und sei deshalb den Einsatzregeln der Streitkräfte entsprechend abgeschossen worden, erklärte der Generalstab. Nicht näher erläutert wurde, wie diese Warnungen bei einer unbemannten Drohne ausgesehen haben könnten.

Der Generalstab erklärte weiter, die Drohne sei etwa drei Kilometer von der Grenze entfernt auf türkischem Gebiet niedergegangen. Demnach schlug sie in einem Waldstück der Grenzprovinz Kilis ein. Nach dem Abschuss waren auf Fotos vom Fundort bei dem Dorf Deliosman ein propellerbetriebenes Gerät in den Ausmaßen eines größeren Modellflugzeugs zu sehen.

Der Zwischenfall zeigt erneut, welche Gefahr die Lufteinsätze der syrischen, russischen und amerikanischen Armee so nah an seiner Grenze für das Nato-Land Türkei bedeuten.

Immer wieder Vorstöße in türkischen Luftraum

In den vergangenen Wochen waren russische Kampfjets bei Einsätzen über Syrien mehrmals in den türkischen Luftraum eingedrungen. Ankara warnte Moskau daraufhin, bei einer Wiederholung werde das Feuer eröffnet.

Russland greift seit Ende September aktiv in den syrischen Bürgerkrieg ein und unterstützt Staatschef Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, auch andere Rebellengruppen als die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" zu bombardieren. Auch die türkische Regierung hat sich über das Vorgehen verärgert geäußert. Sie unterstützt Aufständische im Kampf gegen Assad.

Am Donnerstag war eine Delegation des russischen Militärs zu Gesprächen mit türkischen Offizieren in Ankara eingetroffen. Die türkische Luftwaffe hatte in den vergangenen Jahren ein syrisches Kampfflugzeug, einen Hubschrauber und eine Drohne abgeschossen.

jok/AFP/dpa/Reuters



insgesamt 94 Beiträge
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irrenderstreiter 16.10.2015
1.
Natürlich Russland, oder besser Putin, wer würde sonst sowas machen.
2013hm 16.10.2015
2. die kleine Drohne
kaum ein Meter gross, hätte grössere Schäden gehabt, wenn sie hier vom vierten OG runtergefallen wäre. Von wegen von F16 Jets abgeschossen :)
Silbereis 16.10.2015
3. Unfug
Das Ding ist nie im Leben von einen Jet abgeschossen worden)))... das Teil schaut ehe aus als wäre es gegen einen Baum geprallt oder mit einer Steinschleuder abgeschossen worden!!!!... Nach einem Raketentreffer wären wohl nur Fetzen übriggeblieben!!!!..
alex1006 16.10.2015
4.
Jaja, von dieser "Basetelarbeit" hat die russische Armee so einige "GEKAUFT" https://ru.wikipedia.org/wiki/Орлан-10 "However, the "Orlan" surpassed its competitors in carrying out missions close to combat conditions, says Roman Ivanov, head of the St. Petersburg-based Special Technological Centre. Read more http://sputniknews.com/voiceofrussia/2010/11/12/33725547/
secret.007 16.10.2015
5. Die Türken ...
... treffen Drohnen, immerhin. Und die Amis treffen Krankenhäuser ...
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