Kämpfe in Syrien Türkei warnt Assad vor Hilfe für nordsyrische Kurden

Assads Truppen schicken sich an, im nordwestlichen Syrien kurdische Gebiete zu besetzen. Grund genug für die Türkei, die syrische Regierung vor einer Kooperation mit den Kurden zu warnen.
Recep Tayyip Erdogan

Recep Tayyip Erdogan

Foto: Kayhan Ozer/ AP

Was wollen Truppen von Diktator Baschar al-Assad im nordsyrischen Afrin?

Die Ortschaft wird seit Langem als eine von drei Regionen im Nordwesten des Bürgerkriegslandes von den kurdischen Volksvertretungseinheiten YPG gehalten.

Vor einem Monat dann startete die türkische Armee einen Einsatz auf syrischem Gebiet und nimmt seitdem mit Artillerie, Panzern und Bodentruppen die Kurden unter Feuer ("Operation Olivenzweig").

Nun schicken sich offenbar auch Assads Regierungssoldaten an, nach Afrin vorzurücken. Für die Türkei war das am Montag ein Anlass, Damaskus vor einer möglichen Hilfe für die dortigen Kurden zu warnen: "Wenn das Regime eindringt, um die YPG zu schützen, dann kann niemand uns, die Türkei und die türkischen Soldaten stoppen", sagte Außenminister Mevlüt Cavasoglu in Jordanien.

Allerdings ist umstritten, ob die syrischen Truppen das überhaupt planen oder ob sie sich die Kontrolle des Gebiets schlicht mit den Türken teilen wollen. Darum sagte Cavasoglu weiter, sollten Syriens Truppen die Region von der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der YPG "säubern", sei das unproblematisch.

Erdogan sprach mit Putin über Afrin

YPG und Syriens Regierung verhandeln unter Vermittlung Russlands aktuell über die Entsendung regierungstreuer Kräfte ins von Kurden kontrollierte Afrin. Syriens staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Montagmorgen, die Regierungskämpfer würden die Region innerhalb weniger Stunden erreichen. Dem widersprachen allerdings Verbündete der YPG vom Ausland aus.

Die Kurden in Nordsyrien und die Assad-Regierung haben ein zwiespältiges Verhältnis. In der Vergangenheit kooperierten sie vereinzelt miteinander, gleichzeitig kam es aber auch zu Zusammenstößen. Die Türkei steht im Bürgerkrieg an der Seite der Rebellen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte Syriens Machthaber Assad im Januar erneut als "Mörder" bezeichnet.

Nach türkischen und russischen Angaben telefonierte Erdogan am Montag zum Thema Syrien mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin. Laut CNN-Türk soll der türkische Präsident in dem Gespräch ähnlich wie Cavasoglu erklärt haben, bei syrischer Hilfe für die Kurden drohten dem Assad-Regime Konsequenzen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Montag, die Türkei habe ihren Beschuss auf Afrin verstärkt. Die türkische Armee teilte mit, Luftschläge und Bodenoffensive gingen weiter.

cht/dpa
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