Angebliche PKK-Propaganda Türkei verweist niederländische Journalistin des Landes

Die türkischen Behörden haben eine niederländische Journalistin aus dem Land geworfen. Der Vorwurf: Die Frau soll Propaganda für die Terrororganisation PKK gemacht haben.
Journalistin Geerdink: Die Niederländerin arbeitete seit Jahren in der Türkei

Journalistin Geerdink: Die Niederländerin arbeitete seit Jahren in der Türkei

Foto: ILYAS AKENGIN/ AFP

Die niederländische Journalistin Frederike Geerdink muss die Türkei verlassen. Geerdink war am Sonntag festgenommen worden. Sie hatte über die eskalierende Gewalt zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der kurdischen Untergrundorganisation PKK berichtet. Die Journalistin bestätigte am Donnerstag in einer E-Mail ihre Ausweisung. Geerdink lebte und arbeitete seit Jahren im kurdisch geprägten Südosten der Türkei.

Geerdink stand bei den türkischen Behörden schon lange im Verdacht, mit der PKK zu sympathisieren. Im Januar war sie von der dortigen Anti-Terror-Polizei vorübergehend festgenommen und verhört worden. Im Frühjahr sprach sie ein Gericht im Verfahren wegen PKK-Propaganda allerdings noch frei.

Seit mehr als 30 Jahren ist die Türkei in einen bewaffneten Konflikt mit der PKK verwickelt. Ein zwei Jahre andauernder Waffenstillstand war im Juli aufgekündigt worden, seitdem eskaliert der Konflikt. Vor wenigen Tagen erst waren türkische Soldaten im Kampf gegen die PKK in den Norden des Nachbarlands Irak eingedrungen.

Die Türkei geht derzeit zudem scharf gegen die Presse vor. Ausländische Journalisten sind vor wenigen Tagen von führenden Politikern sogar als Terroristen bezeichnet worden. Kritiker werfen der türkischen Regierung vor, Journalisten unter Druck zu setzen und die Pressefreiheit immer weiter einzuschränken.

In der vergangenen Woche waren zwei britische Reporter des Internetsenders Vice News aus der Türkei abgeschoben worden. Ihr irakischer Übersetzer ist noch in Haft. In Istanbul griffen aufgebrachte AKP-Anhänger zum zweiten Mal innerhalb einer Woche das Redaktionsgebäude der Zeitung "Hürriyet" an.

anr/AFP/dpa
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