Türkei Zehn Tote bei Anschlag auf Kleinbus

Bei einem Anschlag auf einen Kleinbus im Südosten der Türkei sind zehn Menschen getötet worden. Die Behörden in der Provinz Hakkari machten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat verantwortlich. Ministerpräsident Erdogan sagte den Rebellen den Kampf an.


Istanbul - Trauer in der Türkei: Bei einem Anschlag auf einen Kleinbus im Südosten des Landes sind am Donnerstag zehn Menschen getötet worden. Die Streitkräfte nahmen die Fahndung nach den Tätern auf, die in den Reihen kurdischer Rebellen vermutet werden, wie der Gouverneur der Provinz Hakkari, Muammer Türker, erklärte. Die Bombe war in der Nähe des Dorfes Gecitli am Straßenrand versteckt. Nach Angaben des Gouverneurs wurden bei der Explosion vier weitere Personen, darunter ein 15 Monate altes Kleinkind, verletzt.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte nach dem Anschlag, der Kampf gegen die Aufständischen der kurdischen Arbeiterpartei PKK werde fortgeführt. "Diese Ereignisse werden uns nicht einschüchtern", sagte er. Die Terroristen würden ihre Antwort erhalten.

Die PKK bestritt umgehend jede Beteiligung an der Tat, wie die PKK-nahe Agentur Firat berichtete. Der Anschlag sei eine Strafe für den weitgehenden Boykott der Volksabstimmung über Verfassungsänderungen in der Türkei durch die Kurden in der Hakkari- Region.

Beim Eintreffen der Streitkräfte am Schauplatz des Attentats kam es offenbar zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen kurdischen Dorfbewohnern und Soldaten. Nach Berichten des Fernsehsenders CNN-Turk weigerten sich die Einwohner, den Militärangehörigen eine Tasche zu übergeben, die sie gefunden hatten. Auf den Fernsehbildern war zu sehen, wie ein Soldat in die Luft feuerte und ein Jugendlicher die Sicherheitskräfte mit einem Stein bewarf.

Kurdische Rebellen haben in jüngster Zeit wiederholt türkische Militärfahrzeuge mit selbst gebastelten Sprengsätzen angegriffen, zuletzt am Mittwoch. Auch dieser Zwischenfall trug sich in der Provinz Hakkari zu, die an den Iran und den Irak grenzt. Die Rebellen kämpfen seit 1984 für eine Autonomie des mehrheitlich von Kurden bewohnten Südostens der Türkei. Der Konflikt hat Zehntausende Menschen das Leben gekostet.

vme/apn



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