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21. März 2017, 22:30 Uhr

Neujahrsfest Newroz

Zehntausende Kurden feiern und demonstrieren gegen Erdogan

Kurdische Musik, Gesänge und Tänze. Und Parolen gegen Erdogan und für Öcalan: Im Südosten der Türkei haben Zehntausende Kurden ihr Neujahrsfest Newroz gefeiert. Auch in Istanbul wurde getanzt und protestiert.

Zehntausende Kurden haben am Dienstag in Istanbul und in der inoffiziellen Kurdenhauptstadt Diyarbakir ihr Neujahrs- und Frühlingsfest Newroz gefeiert. Die Veranstaltung im Südosten der Türkei fand unter massiver Präsenz der Sicherheitskräfte statt.

Die Feiern waren gleichsam eine politische Manifestation. Die Menge schwenkte Fahnen der linksliberalen prokurdischen Partei HDP sowie Flaggen in den kurdischen Farben Grün, Rot und Gelb.

Die Hauptparole lautete Nein zu den Verfassungsänderungen zugunsten weiterer Machtbefugnisse für den Staatschef Recep Tayyip Erdogan, über die am 16. April in einem Volksentscheid abgestimmt werden soll.

Auch Porträts des seit 1999 inhaftierten Anführers der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, waren zu sehen. Ankara und seine westlichen Verbündeten stufen die PKK als Terrororganisation ein.

Polizei erschießt am Rande der Feier mutmaßlichen Angreifer

Kurdische Musik, Gesänge und Tänze wurden immer wieder durch Hochrufe auf Öcalan unterbrochen. Die Veranstalter hatten dazu aufgerufen, alles zu vermeiden, was als Propaganda für die PKK ausgelegt werden könnte.

Allein in Diyarbakir kamen laut der HDP 100.000 Menschen zusammen - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Ein Mann, der mit einem Messer die Veranstaltung in Diyarbakir stürmen wollte, wurde von der Polizei angeschossen und starb später an seinen Verletzungen.

Vereinzelt Festnahmen und Tränengaseinsatz

Vereinzelt kam es nach Augenzeugenberichten zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dabei seien mehrere Demonstranten festgenommen worden, auch Tränengas wurde eingesetzt.

Die PKK kämpft seit 1984 für die Rechte der Kurden und gegen den türkischen Staat, in den Neunzigerjahren weitete sie ihre Aktivitäten erheblich aus. In Südostanatolien kontrollierte die PKK ganze Gegenden. Nach Öcalans Festnahme beruhigte sich die Lage teilweise, nachdem der PKK-Chef seine Organisation aus der Haft heraus zu einem Waffenstillstand aufrief.

Im Sommer 2015 zerbrach die Waffenruhe. Seither geht die türkische Armee im Südosten massiv gegen mutmaßliche kurdische Rebellen vor. Kritiker erheben den Vorwurf, dass die Armee dabei keine Rücksicht auf Zivilisten nehme.

sun/AFP

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