Offensive Türkische Armee tötet 26 PKK-Rebellen

Mit einer großangelegten Offensive geht die türkische Armee gegen die kurdische Terrorgruppe PKK vor. Bei den Angriffen im Osten des Landes wurden seit Mittwoch 26 Rebellen getötet. Auch ein türkischer Soldat kam ums Leben.

Ein türkischer Soldat nahe der irakischen Grenze (Archivbild Okt. 2011)
REUTERS

Ein türkischer Soldat nahe der irakischen Grenze (Archivbild Okt. 2011)


Diyarbakir - Mit 2000 Soldaten, mehreren F16-Kampfflugzeugen und Hubschraubern geht die türkische Armee in der Osttürkei gegen kurdische Separatisten vor. In der seit drei Tagen andauernden Operation wurden bislang 26 Rebellen getötet. Bereits am Mittwoch wurde ein türkischer Soldat erschossen. Das Militär konzentriert sich bei dem Einsatz auf das Gebiet um den Berg Kato, in der Provinz Sirnak nahe der irakischen Grenze. Augenzeugen berichteten, dass auch Gebiete in der halbautonomen Region Kurdistan im Nordirak bombardiert worden seien. Bodentruppen sollen die Grenze nicht überquert haben.

Die Offensive ist ein weiterer blutiger Höhepunkt in der Auseinandersetzung zwischen der Terrororganisation PKK und dem türkischen Militär. Erst am Sonntag hatten PKK-Mitglieder einen Sicherheitsposten in der Region Sirnak gestürmt und sich ein Feuergefecht mit den Soldaten geliefert. Die mit Maschinengewehren und Raketenwerfern bewaffneten Rebellen töteten zehn Soldaten, zwanzig PPK-Kämpfer kamen ums Leben.

Mehrere türkische Politiker hatten in der Vergangenheit spekuliert, dass die kurdischen Rebellen vom Bürgerkrieg im benachbarten Syrien profitierten. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan warf dem Assad-Regime vor, die Rebellen mit Waffen zu versorgen. Die Türkei hat angekündigt, militärische Maßnahmen gegen Syrien zu ergreifen, sollten PKK-Kämpfer Angriffe aus dem Nachbarland starten.

Die PKK kämpft vor allem im Südosten der Türkei seit Mitte der 1980er Jahre gegen die türkische Armee und für kurdische Autonomie. In den vergangenen 15 Monaten kamen bei dem Konflikt zwischen der Armee und Rebellen rund 500 PKK-Kämpfer, 200 Soldaten und 85 Zivilisten ums Leben. Insgesamt sind über 40.000 Menschen in dem Konflikt getötet worden.

jls/Reuters/afp



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