Türkisch-syrische Grenze Verwirrung um mysteriöse Lkw-Ladung

Was haben türkische Sicherheitskräfte an der Grenze zu Syrien beschlagnahmt? Erst sagte der Gouverneur der Provinz Adana, es handele sich um Granatwerfer. Jetzt dementiert die Polizei: Die ominöse Lkw-Ladung enthalte nichts Explosives.

Patriot-Raketenbatterien in der Türkei (Archiv): Wer liefert Waffen an wen?
REUTERS

Patriot-Raketenbatterien in der Türkei (Archiv): Wer liefert Waffen an wen?


Berlin - Bei der Lkw-Ladung, die die türkischen Behörden kürzlich in der Nähe der syrischen Grenze beschlagnahmt haben, handelt es sich nach Angaben der Polizei nicht um eine Waffenlieferung. Eine Analyse habe ergeben, dass die im südlichen Adana entdeckte Ladung anders als zunächst dargestellt Mörsergranatenpatronen ähnele und nicht explosiv sei, teilte die Polizei am Samstag mit.

Der Gouverneur der Provinz Adana hatte laut Presseberichten vom Freitag zunächst erklärt, bei der am Vortag entdeckten Ladung handele es sich um 1200 Sprengköpfe für Granatwerfer. Das beschlagnahmte Material war in der Türkei hergestellt und als geologische Bohrausrüstung deklariert worden. Die Polizei führte am Samstag aus, die im Zusammenhang mit dem Einsatz festgenommenen Verdächtigen würden derzeit befragt.

Türkische Zeitungen berichteten, die Mörserpatronen seien nach den Instruktionen eines syrischen Flüchtlings angefertigt worden, der seit mehreren Monaten in der Türkei in einem Flüchtlingslager lebe. Sie sollten demnach nach Syrien gebracht und dort mit Sprengstoff versehen werden. Der syrische Flüchtling zähle zu den Festgenommenen, schrieben die Zeitungen "Milliyet" und "Hürriyet".

Die türkische Regierung steht auf Seiten der syrischen Rebellen, die gegen den langjährigen Staatschef Baschar al-Assad kämpfen. Sie weist aber jegliche Spekulation zurück, sie liefere Waffen an die Aufständischen. In der Türkei leben in Folge des Bürgerkriegs im Nachbarland mittlerweile mehr als 600.000 syrische Flüchtlinge.

otr/AFP

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