Mögliche Fake-News-Kampagne Türkei nimmt vermeintliche Katar-Hacker fest

Die Türkei und Katar arbeiten immer enger zusammen: Nun hat Ankara fünf Verdächtige verhaftet. Sie sollen eine Nachrichtenseite des Emirats gehackt haben, um Falschmeldungen zu platzieren - mit gravierenden Folgen.
Skyline von Doha

Skyline von Doha

Foto: Robert Harding/ imago

Vor mehr als zweieinhalb Monaten kappten mehrere arabische Staaten die Verbindung zu Katar und verhängten eine Blockade gegen das Land. Der Grund: angeblich iranfreundliche Äußerungen der katarischen Führungen, die bei der offiziellen Nachrichtenagentur QNA des Emirats auftauchte. Die wies das als Falschmeldung zurück, vermutete Hacker dahinter - fünf Beteiligte des Cyberangriffs hat die Türkei nach eigenen Angaben nun festgenommen.

"Die Strafverfolgungsbehörden in Katar arbeiten mit den türkischen Behörden zusammen, um diesen Fall aufzuarbeiten", zitierte der katarische Nachrichtensender Al Jazeera den Generalstaatsanwalt des Landes. Nähere Details zur Herkunft der Verdächtigen nannte er nicht.

Auf der QNA-Seite war am 23. Mai ein Artikel über eine angebliche Rede des Emirs von Katar, Scheich Tamim Bin Hamad Al-Thani, erschienen. Darin hieß es, der junge Monarch habe die arabischen Golfstaaten kritisiert, Verständnis für die schiitische Regionalmacht Iran gezeigt und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas gelobt.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten brachen daraufhin Anfang Juni alle diplomatischen Kontakte zu dem Golf-Emirat ab und schlossen die Grenzen. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen und zu enge Verbindungen zum Iran vor.

Unterstützung aus der Türkei

Laut Katar ging der Hackerangriff auf die Website der staatlichen katarischen Nachrichtenagentur (QNA) von einem Hacker aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aus - die bestritten die Beteiligung für den Hackerangriff.

Das Parlament in Ankara hatte nach Ausbruch der Katar-Krise zunächst ein Verteidigungsabkommen mit dem kleinen, aber geostrategisch wichtigen Emirat beschlossen. Es sieht unter anderem die Stationierung von türkischen Truppen in Katar vor.

mho/dpa
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