Schiffsoffizier getötet Türkischer Frachter vor Libyen beschossen

Vor der libyschen Küste ist ein türkischer Frachter angegriffen worden. Dabei wurde ein Schiffsoffizier getötet. Das türkische Außenministerium reagierte empört.

Beim Beschuss eines türkischen Frachters vor der libyschen Küste ist ein Schiffsoffizier getötet worden. Mehrere Besatzungsmitglieder seien verletzt worden, teilte das türkische Außenministerium am Montag mit. Die "Tuna-1" sei von Spanien nach Libyen unterwegs gewesen und wollte in der Hafenstadt Tobruk anlegen.

Zunächst sei das Schiff am Sonntagabend von der Küste aus attackiert worden. Als der Frachter abdrehte, wurde er demnach auch zweimal aus der Luft beschossen. Das Schiff habe sich bei dem Angriff in internationalen Gewässern etwa 13 Meilen (21 Kilometer) vor der libyschen Küste befunden. Der genaue Hintergrund war zunächst unklar.

Das türkische Außenministerium reagierte mit Empörung: Angriffe auf Zivilisten müssten sofort gestoppt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ankara protestierte offiziell bei der libyschen Regierung. Die Besatzung des Schiffes habe keinerlei Regeln verletzt.

Ein Sprecher der libyschen Streitkräfte erklärte dagegen, der Frachter habe das Verbot missachtet, den Hafen von Derna anzulaufen. Das Schiff sei rund 20 Kilometer vor Derna beschossen und später in den Hafen von Tobruk geschleppt worden. Ein Mitglied der Besatzung sei getötet und ein weiteres verletzt worden, sagte der Sprecher für die Streitkräfte der international anerkannten libyschen Regierung.

In Libyen tobt fast vier Jahre nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis ein Machtkampf zwischen zwei rivalisierenden Regierungen und deren Milizen. Eine von ihnen ist international anerkannt. Ihre Gegenregierung kontrolliert jedoch die Hauptstadt Tripolis. Im Februar hatte die international anerkannte Regierung der Türkei vorgeworfen, sie unterstütze die Gegenregierung in Tripolis mit Waffen.

als/kaz/Reuters/dpa
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