Türkischer Ministerpräsident "Israel ist eine Bedrohung für den Nahen Osten"

Die Beziehungen zwischen den einstigen Partnern Ankara und Jerusalem befinden sich auf dem Tiefpunkt: Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat Israel erneut heftig kritisiert und dem Land "Staatsterror" vorgeworfen.

Recep Tayyip Erdogan zu Besuch in Südafrika: Kritik am ehemaligen Partner Israel
AFP

Recep Tayyip Erdogan zu Besuch in Südafrika: Kritik am ehemaligen Partner Israel


Ankara - Schon Mitte September hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verkündet: Mit dem Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte im Mai 2010 habe Israel die Türkei als strategischen Partner verloren. Nun hat er während seines Besuchs in Südafrika Israel erneut heftig kritisiert - und das Land als "Bedrohung" für den Nahen Osten bezeichnet.

"Ich sehe Israel derzeit als Bedrohung für die Region", sagte Erdogan nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. Der Grund: Das Land besitze die Atombombe und betreibt laut Erdogan zudem "Staatsterror". Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie bestätigt, dies aber auch nicht dementiert.

Erdogan hatte Israel schon in den vergangenen Jahren mehrmals kritisiert und auch den Begriff "Staatsterror" für die gezielte Tötung radikaler Palästinenser verwendet. Seit dem israelischen Angriff auf türkische Schiffe mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen, bei dem im vergangenen Jahr neun türkische Aktivisten starben, stecken die Beziehungen zwischen den ehemaligen Partnern Türkei und Israel in einer tiefen Krise. Erst vor wenigen Wochen hatte Ankara den israelischen Botschafter des Landes verwiesen.

aar/AFP/dapd

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