Anschlag auf Museum Qaida-Verbündete sollen hinter Terror von Tunis stecken

Wer organisierte den Terroranschlag von Tunis? Kurz nach dem Angriff hatte sich die Miliz "Islamischer Staat" bekannt. Nun aber nahmen tunesische Behörden mutmaßliche Hintermänner fest - und sehen enge Verbindungen zu al-Qaida.

Sicherheitskräfte vor dem Bardo-Museum: Bei dem Terrorangriff starben 21 Menschen
AFP

Sicherheitskräfte vor dem Bardo-Museum: Bei dem Terrorangriff starben 21 Menschen


Tunis - Die tunesischen Behörden haben 23 mutmaßliche Terroristen festgenommen. Sie werden verdächtigt, am Anschlag mit 21 Toten auf das Nationalmuseum in Tunis in der vergangenen Woche beteiligt gewesen zu sein. Wie Innenminister Najem Gharsalli am Donnerstag mitteilte, gehören sie einer "Terrorzelle" an. Die Zelle sei damit "zu 80 Prozent" zerschlagen worden.

Wie Gharsalli sagte, wurde der Anschlag "von dem Terroristen Lokmane Abou Sakhr gesteuert". Der Algerier gilt als einer der Anführer der wichtigsten tunesischen Dschihadistengruppe, der mit al-Qaida verbündeten Bewegung Okba Ibn Nafaa. Das tunesische Militär geht seit zwei Jahren im bergigen Grenzgebiet zu Algerien gegen die Gruppe vor.

Zu dem Attentat auf das Bardo-Museum hatte sich zunächst die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) bekannt. Gharsalli sagte, es sei "nach jetzigem Stand" unmöglich zu sagen, welche Gruppe für den Anschlag verantwortlich sei. Als "gesichert" gelte aber, dass es eine Verbindung zu Okba Ibn Nafaa gebe.

Die beiden getöteten Attentäter hätten große Mengen Sprengstoff in einem Gürtel am Leib getragen, sagte Gharsalli weiter. Hätten sie diese zünden können, wären große Teile des Museums eingestürzt. Nur das schnelle Eingreifen der Sicherheitskräfte habe eine Katastrophe und noch mehr Opfer verhindert.

Bei dem Anschlag auf das Bardo-Museum waren am Mittwoch vergangener Woche 21 Menschen getötet worden, unter ihnen 20 Touristen. Die beiden Attentäter wurden von Sicherheitskräften getötet, ein möglicher dritter Komplize wird gesucht. Alle Festgenommenen sind Tunesier, wie Innenminister Gharsalli mitteilte. Nach zwei Marokkanern, einem Algerier und einem weiteren Tunesier wird demnach gefahndet. Der gesuchte Tunesier werde verdächtigt, den beiden Attentätern die Sturmgewehre besorgt zu haben.

sas/AFP/dpa

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