Präsidentschaftsbewerber in Tunesien Medienmogul Karoui bleibt in Untersuchungshaft

Der tunesische TV-Unternehmer Nabil Karoui möchte Präsident Tunesiens werden. Doch auch nach dem erfolgreichen ersten Wahlgang bleibt der Zweitplatzierte wegen Geldwäscheverdacht in Untersuchungshaft.

Erfolgreich, aber weiter in Untersuchungshaft: Nabil Karoui, zweiter im ersten Wahlgang um die Präsidentschaft in Tunesien
DPA

Erfolgreich, aber weiter in Untersuchungshaft: Nabil Karoui, zweiter im ersten Wahlgang um die Präsidentschaft in Tunesien


Er landete im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl in Tunesien auf Rang zwei, und das, obwohl er im Gefängnis sitzt: Nabil Karoui muss nach Angaben seiner Anwälte im Gefängnis bleiben.

Ein neuer Antrag auf Freilassung aus der Untersuchungshaft sei gescheitert, sagte am Mittwoch einer der Verteidiger des Medienunternehmers, Kamel Ben Messoud. Der Untersuchungsrichter habe es abgelehnt, eine Entscheidung zu fällen, da er nicht zuständig sei. "Wir werden in Berufung gehen", kündigte der Anwalt an.

Karoui - der wegen der Vermengung von Politik und Medienmacht auch als Tunesiens Berlusconi gilt - war am Sonntag in die Stichwahl um das Präsidentenamt eingezogen. Er holte im ersten Wahlgang knapp 15,6 Prozent der Stimmen und landete damit hinter dem Jura-Professor Kaïs Saïed (18,4 Prozent) auf dem zweiten Platz.

Karoui war im August nur wenige Tage vor Wahlkampfbeginn wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft genommen worden. Seine Anwälte hatten bereits vor der ersten Wahlrunde am Sonntag zwei Mal erfolglos versucht, eine Freilassung ihres Mandaten zu erreichen.

Karoui hat sich mit Geschenken für die Armen Tunesiens bei den Wählern beliebt gemacht. In einem Fernsehsender, der ihm gehört, präsentiert sich der Medienmogul regelmäßig als Wohltäter. Die Stichwahl soll parallel zur Parlamentswahl am 6. Oktober oder eine Woche später abgehalten werden.

cht/AFP



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.