Terror in Tunesien Ministerium spricht von 37 Opfern - darunter auch Deutsche

Das tunesische Gesundheitsministerium hat die Opferzahl für den Terrorangriff von Sousse nach oben korrigiert. Es starben mindestens 37 Menschen, darunter Deutsche und Briten. Das Auswärtige Amt bestätigte die Angaben bislang nicht.

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Mindestens 37 Menschen sind bei einem Terroranschlag in Tunesien getötet worden. Zuletzt hatte die Zahl bei 28 gelegen, am Abend wurde sie jedoch noch einmal erhöht. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen mit Verweis auf das Gesundheitsministerium. Bei der Attacke in Sousse starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch deutsche Urlauber. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend.

Das Auswärtige Amt bestätigte entsprechende Berichte zunächst allerdings nicht. Auch der Reiseveranstalter TUI hat nach eigenen Angaben noch keine Erkenntnisse, ob deutsche Urlauber betroffen sind. Sousse istallerdings ein beliebtes Reiseziel.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete hingegen, unter den Opfern seien Deutsche und Briten. Dabei berief sich der Sender auf das Innenministerium. Eine Reiseführerin, die sich nach der Tat in dem Hotel aufhielt, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Telefon, unter den Toten seien mehrere Deutsche. Die meisten Opfer stammten jedoch aus Großbritannien, fügte sie hinzu.

Die deutsche Botschaft in Tunesien riet allen Staatsbürgern in einer E-Mail, die Umgebung des Tatorts zu meiden. Laut einem Sprecher des Auswärtigen Amts wurde ein Krisenstab eingerichtet. "Die Botschaft in Tunis bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung", so der Sprecher.

Eine Hotline sei eingerichtet: 030 5000 3000.

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Terror in Tunesien: Unbekannte Täter greifen Hotels in Sousse an
Das ganze Ausmaß der Tat stehe noch nicht fest, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er sprach von einem "feigen Mordanschlag gegen Touristen", den Angehörigen sprach er sein "tief empfundenes Mitgefühl aus".

Bei der Schießerei hatten Sicherheitskräfte einen der Angreifer getötet. Er sei Tunesier, hieß es aus Sicherheitskreisen. Der zweite Angreifer ist demnach festgenommen und zahlreiche Sturmgewehre sind beschlagnahmt worden.

Der genaue Tatverlauf ist noch unklar: Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen.

Die Nachrichtenseite "NBC News" hat mit Augenzeugen gesprochen: Der Brite Gary P. etwa berichtete, er sei gemeinsam mit Dutzenden Urlaubern am Strand gewesen, als sich der Angriff ereignete. Als die Kugeln durch die Luft zischten, habe er realisiert, dass es sich um Beschuss handelte. Sein 22-jähriger Sohn habe gesehen, wie eine Person erschossen wurde.

Sousse ist die drittgrößte Stadt Tunesiens und liegt 130 Kilometer südlich von Tunis. Sie ist neben Djerba und Hammamet das beliebteste Urlaubsziel europäischer Touristen in dem Land. Insgesamt verfügt die Stadt über rund 40.000 Gästebetten. Im Oktober 2013 war bereits ein Strandhotel Ziel eines fehlgeschlagenen Selbstmordanschlags.

vek/dpa/Reuters

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