Tunesischer Präsidentschaftskandidat Nabil Karoui kommt aus Untersuchungshaft frei

Der tunesische Medienunternehmer Nabil Karoui ist aus der Haft entlassen worden. Der Zeitpunkt ist brisant: Am Sonntag kämpft Karoui in einer Stichwahl um das Präsidentenamt.

Nabil Karoui ist kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tunesien aus der Haft entlassen worden
Anis Mili/AFP

Nabil Karoui ist kurz vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tunesien aus der Haft entlassen worden


Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tunesien ist der Kandidat Nabil Karoui aus der Haft entlassen worden. Der Medienunternehmer war im August wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden.

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 15. September war Karoui aus dem Gefängnis heraus mit 15,6 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz hinter dem Jura-Professor Kais Saied (18,4 Prozent) gelandet.

Eine Stichwahl zwischen den Kandidaten ist für Sonntag angesetzt. Der Einzug der beiden Außenseiter in die Wahl war eine herbe Niederlage für die etablierten Parteien in Tunesien.

Karoui sieht seine Inhaftierung politisch motiviert und forderte eine Verschiebung der Abstimmung. Der TV-Unternehmer, der sich mit Geschenken für die Armen Tunesiens bei den Wählern beliebt gemacht hatte, gilt wegen der Vermengung von Politik und Medienmacht als Tunesiens Berlusconi. (Lesen Sie hier mehr über die Wahlkampfstrategie Karouis.)

Am 23. August war er nur wenige Tage vor Wahlkampfbeginn wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft genommen worden.

fek/dpa/AFP



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