Tunesien Tote bei Protesten gegen Polizeichef

Im Nordwesten Tunesiens hat die Polizei auf eine aufgebrachte Menge geschossen. Dabei starben offenbar vier Demonstranten, über ein Dutzend wurden verletzt. Die Proteste richteten sich gegen den Polizeichef, der eine Frau geschlagen haben soll.


Tunis - Nach Angaben des Innenministeriums wurden bei den Zusammenstößen im Nordwesten Tunesiens zwei Menschen getötet und 17 weitere verletzt. Ein Lokaljournalist berichtete, dass zwei weitere Menschen auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben seien. Offiziell bestätigt wurde dies allerdings nicht.

Der amtlichen tunesischen Nachrichtenagentur zufolge hatten rund 1000 Menschen die Polizeiwache in der Stadt Kef angegriffen, nachdem sich der Polizeichef einer Person gegenüber ungebührlich verhalten habe. Der Lokaljournalist sagte, der Polizeichef habe eine Frau geschlagen.

Vom Innenministerium waren hierzu keine näheren Auskünfte zu erhalten. Es bestätigte aber, dass der Polizeichef festgenommen wurde und Ermittler auf dem Weg nach Kef seien.

Der Regionalpräfekt Mohammed Nadschib Tlidschali rief am Samstagabend im Radio zur Ruhe auf und erklärte, der Polizeichef sei selbst ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Bürger hätten die Polizeiwache mit Steinen sowie kleinen Brandbomben angegriffen, teilte das Innenministerium mit. Außerdem habe die Menge zwei Fahrzeuge in Brand gesetzt, darunter ein Polizeiauto. Die Polizei sei zunächst mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen und habe in die Luft geschossen. Erst dann sei auf die Menge geschossen worden, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

bim/dapd

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