Nach Anschlag von Sousse Tunesien verhängt den Ausnahmezustand

Eine Woche nach dem Anschlag auf Touristen hat die Staatsführung in Tunesien den Ausnahmezustand verhängt. Dadurch bekommen die Sicherheitskräfte neue Befugnisse. Der Präsident hält eine Rede an die Nation.


Tunesien verhängt den Ausnahmezustand. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tap unter Berufung auf den Präsidenten Béji Caïd Essebsi. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Der Staatschef wollte sich im Laufe des Abends in einer Ansprache an die Tunesier richten.

Mit der Maßnahme reagiert die politische Führung des nordafrikanischen Landes auf den Angriff auf Touristen in einem Hotel im Badeort Sousse am Freitag vor einer Woche. Ein 24 Jahre alter Täter hatte in der Anlage des "Imperial Marhaba" eine halbe Stunde lang um sich geschossen, bevor er selbst von Sicherheitskräften getötet wurde. 38 Urlauber kamen ums Leben. Die meisten waren Briten. Aber auch zwei Deutsche waren unter den Opfern.

Im BBC-Interview räumte Ministerpräsident Habib Essid ein, dass die Polizei zu langsam gehandelt habe. "Die Zeit der Reaktion - das ist das Problem", sagte Essid dem Sender. Nach Angaben des Regierungschefs wurde der Täter in Libyen trainiert, "vermutlich" von der Miliz Ansar al-Scharia.

Die salafistische libysche Gruppierung steht auf der Terrorliste der USA, weil sie an dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi beteiligt gewesen sein soll, bei dem im September 2012 der Botschafter Christopher Stevens getötet wurde. Auch eine tunesische Gruppe dieses Namens ist in Libyen aktiv.

Tunesien hatte erst im März 2014 den Ausnahmezustand, der seit dem Arabischen Frühling 2011 gegolten hatte, aufgehoben. Die Sicherheitskräfte hatten durch ihn umfassende Rechte bekommen: So durften sie zum Beispiel schießen, wenn sich eine verdächtige Person widersetzte.

Das Attentat auf das Hotel in Sousse war das bislang blutigste in der jüngeren Geschichte Tunesiens. Am Donnerstag wurden zwölf Männer festgenommen, die verdächtigt werden, den Anschlag mit vorbereitet zu haben.

fab/AFP/dpa



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