Überfall auf Baufirma Deutscher in Nigeria entführt

Bei einem Überfall auf eine Baufirma ist ein Deutscher in Nigeria entführt worden. Während das nigerianische Militär keine Angaben zur Nationalität machte, hieß es aus Industriekreisen, der Mann arbeite für eine Tochterfirma des deutschen Konzerns Bilfinger Berger.


Lagos - Ein deutscher Mitarbeiter der Firma Julius Berger ist in Nigeria entführt worden. Das bestätigte ein Sprecher des Mannheimer Unternehmens Bilfinger Berger auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Die nigerianische Tochterfirma habe die Entführung bestätigt, Näheres über das Entführungsopfer sei bislang nicht bekannt, so der Sprecher.

Bei einem Überfall auf einer Verbindungsstraße zwischen zwei Stadtvierteln im ölreichen Bundesstaat Rivers hätten bewaffnete Männer einen nigerianischen Soldaten getötet und den Fahrer des Ausländers verletzt, teilte der Militärsprecher Musa Sagir mit. Er wollte jedoch zunächst keine Angaben zur Nationalität des Entführten machen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, es werde Hinweisen nachgegangen, dass ein Deutscher in Nigeria vermisst werde. Die Botschaft in Abuja sei eingeschaltet. Die nigerianische Baufirma Julius Berger plc gehört zu 49 Prozent dem deutschen Konzern Bilfinger Berger.

Geiselnahmen sind im Niger-Delta häufig und werden meistens zur Erpressung von Lösegeld genutzt - die Entführten kommen meist unverletzt wieder frei. Allein 2007 waren im Süden Nigerias mehr als 150 Ausländer verschleppt worden. Daraufhin hatten sich zahlreiche internationale Firmen aus der Region zurückgezogen, außerdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Die letzte Entführung eines Ausländers wurde im Oktober vergangenen Jahres gemeldet. Im Niger-Delta fordern mehrere Rebellengruppen eine gerechtere Verteilung der Erdöleinnahmen in der Region.

jma/AFP/Reuters



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