Überfall auf Reisegruppe Deutsche Touristin in Mali entführt

Ein neuer Entführungsfall hält deutsche Diplomaten in Atem. Am Mittag wurde nach SPIEGEL ONLINE-Informationen eine europäische Reisegruppe im afrikanischen Mali entführt, eine deutsche Staatsbürgerin ist unter den Gekidnappten.

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Berlin/Niger - Eine deutsche Staatsbürgerin ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gemeinsam mit einem Schweizer Ehepaar und einem weiteren Europäer in Mali entführt worden.

Das Auswärtige Amt (AA) bestätigte den Fall auf Nachfrage am Abend. "Wir gehen entsprechenden Hinweisen nach", so ein Sprecher. Die Botschaft im nordwestafrikanischen Mali befasse sich intensiv mit dem Fall. Über Details von Entführungen gibt das AA grundsätzlich keine Auskunft, um das Leben von Geiseln nicht zu gefährden.

Aus Sicherheitskreisen in Mali war zu erfahren, dass am Mittag zwei oder drei Geländewagen mit europäischen Touristen in der Grenzregion zwischen Mali und Niger überfallen worden seien - vermutlich von Wüstenbewohnern, den Tuaregs. Ein oder zwei Autos, in denen weitere Europäer saßen, konnten bei dem Überfall offenbar in der Wüste flüchten. Der Geländewagen mit der deutschen Frau wurde jedoch gestoppt und die Touristen verschleppt.

In dem gestoppten Wagen befanden sich nach ersten Informationen eine Deutsche, ein Schweizer Paar und ein weiterer Europäer. Über Forderungen der Entführer wurde zunächst nichts bekannt.

Die Region und Touren durch die Wüste gelten als gefährlich, das Auswärtige Amt hat auf seiner Webseite eine dringliche Reisewarnung für solche Trips veröffentlicht. Die Reisegruppe befand sich auf dem Rückweg von einem Volksfest nördlich des Ortes, wo sie überfallen wurden.

In der Vergangenheit waren bereits mehrmals deutsche und andere europäische Touristen in der Sahara entführt worden.



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