Übergangsregierung Parlamentspräsident Petsalnikos soll Griechenland retten

Die Suche nach einem neuen Premier für Griechenland drohte ins Peinliche zu entgleiten - laut Nachrichtenagentur Reuters ist nun jedoch ein Kandidat gefunden: Philippos Petsalnikos, bislang Parlamentspräsident, soll Chef der neuen Übergangsregierung werden und den Bankrott des Landes verhindern.

Philippos Petsalnikos: Griechenlands neuer starker Mann
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Philippos Petsalnikos: Griechenlands neuer starker Mann


Athen - Ein erfahrener Politiker soll Griechenland offenbar aus der Krise führen: Philippos Petsalnikos soll Chef der künftigen griechischen Übergangsregierung werden, heißt es in griechischen Regierungskreisen. Die Übergangsregierung steht vor einer schweren Aufgabe: Sie soll das drastische Sanierungsprogramm umsetzen und Griechenland vor dem Bankrott bewahren.

Petsalnikos ist Gründungsmitglied der sozialistischen Partei Pasok. Von 2004 bis 2009 war er Vize-Präsident des griechischen Parlaments, seit Oktober 2009 dessen Präsident.

Der noch amtierende Ministerpräsident Georgios Papandreou wandte sich am Mittwochnachmittag mit einer Erklärung im Fernsehen an die Bürger. Darin gab er seinen Rücktritt bekannt und erklärte, dass es eine Einigung bei der Suche nach einer Übergangsregierung gebe. Namen nannte Papandreou allerdings nicht. Er wünsche dem künftigen Regierungschef allen erdenklichen Erfolg, sagte Papandreou. Die geplante Regierung der nationalen Einheit solle eine "starke Botschaft an unsere Partner senden, dass wir Griechen fähig sind, unsere Verantwortung zu übernehmen und zu kooperieren."

Das staatliche Fernsehen berichtete, Papandreou wolle am späten Mittwochnachmittag mit Staatspräsident Karolos Papoulias zusammentreffen, um seinen Rücktritt zu vollziehen - dieser Schritt soll den Weg zur Einsetzung der Notregierung freimachen.

Sicher ist die Entscheidung für Petsalnikos aber offenbar noch nicht: Am Mittwochabend hieß es, die Verhandlungsführer wollten ihre Gespräche am Donnerstag fortsetzen, eine offizielle Bestätigung der Personalie gab es zunächst nicht.

Seit Tagen feilschen die großen Athener Parteien über die Bildung einer Übergangsregierung. Zuletzt wurde vor allem Loukas Papademos, Ex-Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, als aussichtsreicher Kandidat gehandelt.

Sozialisten und Konservative hatten sich zuvor monatelang gegen eine "Regierung der nationalen Einheit" gesträubt. Zwar waren sie sich seit Sonntag grundsätzlich einig, eine solche Regierung aufzustellen, aber wer an ihrer Spitze stehen soll und wer sonst noch welchen Posten bekommt, darüber wurde bis zum Schluss unerbittlich gestritten.

Griechenland steht unter Zeitdruck, denn die nächste Tranche von Hilfsgeldern im Höhe von acht Milliarden Euro wollen die EU-Finanzminister erst freigeben, wenn das griechische Parlament die ihm vorgegebenen Reform- und Sparmaßnahmen beschlossen hat.

heb/hen/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
lernunfaehig, 09.11.2011
1. Petsalnikos
Er hat schon Arbeitsplaetze gerettet:die, der Kabarettisten!
elserpico 09.11.2011
2. ...
Petsalnikos spricht fließend Deutsch...
Sougamotimana 09.11.2011
3. lol
Zitat von sysopDie Suche nach einem neuen*Premier*für Griechenland drohte ins Peinliche zu entgleiten - laut Nachrichtenagentur Reuters ist nun jedoch ein Kandidat gefunden: Filippos Petsalnikos, bislang Parlamentspräsident, soll Chef der neuen Übergangsregierung werden und den Bankrott des Landes verhindern. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796412,00.html
Der Bankrott des Landes ist bereits seit langem besiegelt. Bin mal gespannt wie die griechen selber gegenueber diesem schmierentheater reagieren werden.
moris 09.11.2011
4. .
Wirklich unglaublich, dass man die Chance verpasst, jemanden mit wirtschaftlichem Sachverstand zum Regierungschef zu machen... Es ist zum Mäuse melken
backtoblack 09.11.2011
5. Ach Gottchen!
Ein bißchen Übergang vor dem Untergang mit einem Mann aus der eigenen Nomenklatura als Steuermann. Nicht zu fassen. Das wird die vielbeschworenen "Märkte" ebenso freuen wie Merkozy und Gefolge. In dieser Form ist Griechenland nicht zu retten. Das Mutterland der (antiken) Demokratie ist eben auch das Mutterland des (antiken) Dramas. Die Inszenierung spielt sich gerade vor unseren Augen ab. Wer das Leid nicht tragen will, der wird auswandern. Mit den Zurückbleibenden wird auf Jahrzehnte kein Staat zu machen sein.
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