Uganda Oppositioneller Sänger Bobi Wine festgenommen

Der ugandische Oppositionspolitiker Bobi Wine ist festgenommen worden, nachdem er am Wochenende einen Song gegen Polizeigewalt veröffentlicht hatte. Sein Anwalt nennt den Arrest politische Schikane.

Abgeordneter und Oppositionsführer Robert Kagulanyi, besser bekannt als Bobi Wine
AFP

Abgeordneter und Oppositionsführer Robert Kagulanyi, besser bekannt als Bobi Wine


In Uganda ist einer der wichtigsten Oppositionsführer, der Abgeordnete und Musiker Robert Kyagulanyi, besser bekannt als Bobi Wine, festgenommen worden. Am Montagabend ordnete ein Richter in der Hauptstadt Kampala Haft für Kyagulanyi an. Zuvor hatte er bereits unter Hausarrest gestanden.

Der frühere Berufsmusiker Kyagulanyi arbeitet seit Jahren als politischer Aktivist und führt immer wieder Proteste gegen Ugandas Langzeitmachthaber Yoweri Museveni an, der das ostafrikanische Land seit 1986 beherrscht. Zuletzt wurde für den greisen Staatschef eine Altersgrenze aus der Verfassung gestrichen, damit der 74-Jährige weiterhin zu Wahlen antreten kann.

Im vergangenen Jahr organisierte Kyagulanyi unter anderem Proteste gegen eine neue Social-Media-Steuer auf Mobiltelefone. Genau dieser Protest, der nach Angaben seines befreundeten Anwalts David Lewis damals offiziell angemeldet war, wird ihm nun vorgeworfen.

Kyagulanyi sei am Montag zunächst wegen einer Aussage von der Kriminalpolizei vorgeladen worden, sagte Lewis dem SPIEGEL. Nach seiner Ankunft dort hätten Polizisten sein Auto umringt und den Aktivisten festgenommen.

"Bobi ist stark, er ist in Ordnung", sagte Lewis nach einem Besuch bei Kyagulanyi im Luzira-Hochsicherheitsgefängnis in Kampala. Für Donnerstag sei nun ein Gerichtstermin angesetzt, bei dem es um eine Entlassung auf Kaution gehe. Für die Festnahme gebe es "keinen wahren Grund, außer politischer Verfolgung", so Lewis.

Während seines Hausarrests hatte Kyagulanyi, der sich nach mutmaßlicher Folter durch Soldaten im vergangenen Jahr in den USA behandeln ließ, einen Protestsong über Polizeigewalt geschrieben und diesen am Wochenende veröffentlicht. Darin appelliert er unter dem Titel "Afande" (Liebe) an die Sicherheitskräfte, nicht mehr brutal gegen die eigenen Bürger vorzugehen. Proteste werden in Uganda oft gewaltsam und mit großer Härte aufgelöst.

cht

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