Uganda Regierung und Rebellen unterzeichnen Waffenstillstandsabkommen

Nach fast zwei Jahrzehnten gibt es große Hoffnung, dass einer der grausamsten Kriege Afrikas zu Ende geht: Vertreter der Rebellenarmee LRA und der ugandischen Regierung einigten sich bei Verhandlungen im Südsudan auf einen Waffenstillstand, der Anfang nächster Woche in Kraft treten soll.

Kampala - Nach 19 Jahren Krieg haben sich Regierung und Rebellen in Uganda heute auf einen Waffenstillstand geeinigt. Die Vereinbarung sei bei Verhandlungen im südsudanesischen Dschuba getroffen worden, erklärte Regierungssprecher Paddy Ankunda. Unterzeichnet wurde das Papier unter anderem von dem Leiter der Delegation der Rebellenarmee LRA, Martin Ojul, sowie von dem ugandischen Innenminister. Die Vereinbarung ruft beide Seiten dazu auf, die militärischen Aktionen in einem der längsten Kriege Afrikas zu beenden. "Wir sind glücklich und werden nun weiter an einem umfangreichen Friedensabkommen arbeiten", sagte Akunda.

Der Waffenstillstand werde spätestens am Dienstag in Kraft treten, wenn Rebellenführer Joseph Kony ein Ende der Kämpfe verkünde, hieß es. Von der Verkündung des Waffenstillstand an werden die Rebellen drei Wochen Zeit haben, um sich an zwei Posten im Süden des Sudan zu versammeln, wo sie von südanesischen Streitkräften überwacht werden, Essen und Sicherheit gewährleistet bekämen, hieß es von der ugandischen Regierung. Die Regierung der autonomen Region Südsudan vermittelt seit 2005 im Friedensprozess zwischen den LRA-Rebellen und der ugandischen Regierung.

Rebellenführer Kony wird vom Internationalen Strafgerichtshof schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. Seit rund zwanzig Jahren kämpft seine Widerstandsarmee des Herrn (LRA) gegen die Regierung von Ugandas Präsident Yoweri Museveni und terrorisiert weite Teile Nord-Ugandas. Die LRA rekrutiert ihre Kämpfer hauptsächlich aus entführten Kindern und Jugendlichen und ist dafür berüchtigt, Zivilisten zu töten oder zu verstümmeln - Menschen Ohren oder Lippen abzuschneiden. Tausende Menschen kamen bei dem Konflikt zwischen Regierung und Rebellen ums Leben, mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Die ugandische Regierung hatte in der Vergangenheit mehrmals eine Beendigung der Kämpfe abgelehnt und darauf verwiesen, dass die Rebellen frühere Feuerpausen dazu missbraucht hätten, ihre Truppen zu verstärken und wieder zu bewaffnen.

anr/AP/Reuters

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