Ugandas Ex-Diktator Idi Amins Sohn dementiert Erkrankung des Vaters

Der Sohn des früheren ugandischen Militärdiktators Idi Amin hat am Montag Medienberichte zurückgewiesen, nach denen sein Vater im Koma liegen soll. "Meinem Vater geht es gut", sagte Ali Amin.


 Idi Amin: 200.000 Menschen auf dem Gewissen
DPA

Idi Amin: 200.000 Menschen auf dem Gewissen

Kampala - Er habe heute morgen mit ihm gesprochen, sagte Ali Amin am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Kampala. Sein Vater habe sich darüber gewundert, dass die Presse von seiner Erkrankung spricht.

Nach Presseberichten war der Ex-Diktator am Freitag nahezu bewusstlos auf die Intensivstation des König-Faisal-Krankenhauses im saudi-arabischen Dschidda gebracht worden. Er sei kurz darauf ins Koma gefallen, hieß es.

Die in Uganda erscheinende unabhängige Zeitung "Sunday Monitor" hatte unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise im Büro von Präsident Yoweri Museveni berichtet, Amin sei in den vergangenen drei Monaten wegen Bluthochdrucks behandelt worden.

Idi Amin war einer der gewalttätigsten Alleinherrscher Afrikas. In den 70er Jahren war er zusammen mit dem Kambodschaner Pol Pot der Inbegriff des Schreckens.

Amin hatte 1971 in einem blutigen Staatsstreich Präsident Apollo Milton Obote, einen kommunistisch orientierten Mann, gestürzt. Als er wegen Menschenrechtsverletzungen international isoliert wurde, suchte er Anlehnung an muslimische und arabische Staaten. 1979 wurde er durch eine gemeinsame Intervention von Exil-Ugandern und Tansanias von der Macht vertrieben.

Seit seinem Sturz lebte er im Exil, zunächst in Libyen, später im Irak und schließlich in Saudi-Arabien. Sein Alter wird nach unterschiedlichen Quellen mit zwischen 75 und 78 Jahren angegeben. Amins genaues Geburtsdatum ist unbekannt.

Seiner Terrorherrschaft fielen über 200.000 Menschen zum Opfer.



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