Ukip-Chef Farage Britischer Rechtspopulist lästert über "elende" Merkel

Nigel Farages Lästereien sind legendär, nun knöpft er sich Angela Merkel vor. Der britische Rechtspopulist nennt die Kanzlerin "unglaublich kalt" - privat sei sie "noch elender".
Britischer Politiker Farage (im Januar 2014): Volle Attacke gegen Merkel

Britischer Politiker Farage (im Januar 2014): Volle Attacke gegen Merkel

Foto: Facundo Arrizabalaga/ dpa

Nigel Farage ist bekannt für sein loses Mundwerk. Dem EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy bescheinigte der britische Europaparlamentarier einst das "Charisma eines feuchten Lappens". Den britischen Premier David Cameron nennt er einen "netten Kerl, der für rein gar nichts steht". Und Frankreichs Staatspräsident François Hollande ist für ihn nur der "Idiot Nummer eins".

Dennoch kam es einigermaßen überraschend, dass der Chef der Unabhängigkeitspartei Ukip nun Angela Merkel attackierte. Die deutsche Kanzlerin genießt in Großbritannien einen hervorragenden Ruf, die Medien nennen sie respektvoll "Queen of Europe".

Farage konnte offensichtlich nicht widerstehen, an diesem Image zu kratzen. Merkel sei "unglaublich kalt", sagte er in einem Interview mit der britischen Ausgabe des Männermagazins "GQ". "Ich sage immer - und ich weiß, das ist ein bisschen unhöflich -, was immer man von ihrem öffentlichen Image hält, privat ist sie noch elender. Ich komme besser mit extrovertierten Menschen klar."

Nur ein Staatsmann scheint dem britischen Rechtspopulisten zu imponieren: Russlands Präsident Wladimir Putin. Auf die Frage, welchen Politiker er am meisten bewundere, entgegnete der Ukip-Chef: "Als Strippenzieher, aber nicht als Mensch, würde ich Putin sagen."

Insbesondere hat Farage gefallen, wie der russische Präsident nach dem Giftgasangriff der syrischen Regierung auf die Rebellen im vergangenen Jahr den Westen ausspielte. "Wie er das Syrien-Ding gespielt hat. Brillant. Nicht, dass ich ihn politisch unterstütze. Wie viele Journalisten sitzen gerade im Gefängnis?"

Wird Farage der nächste Rush Limbaugh?

Farage betonte, er sei gegen die Annexion der Krim durch Russland. Doch die EU-Regierungschefs seien "schwach und eitel" und müssten sich nicht wundern, wie Putin agiere. "Wenn man den russischen Bär mit einem Stock pikt, wird er antworten."

Bereits vergangene Woche hatte der Ukip-Chef Verständnis für das russische Vorgehen in der Ukraine-Krise gezeigt. Die EU habe "Blut an ihren Händen", hatte er in einer Radiodebatte zu den Europawahlen gesagt. Sie habe die Ukrainer mit falschen Versprechen zum Aufstand ermuntert.

Farages Partei hat gute Chancen, bei den Europawahlen im Mai stärkste Kraft in Großbritannien zu werden. Bei der Unterhauswahl 2015 droht die Partei jedoch erneut am britischen Mehrheitswahlrecht zu scheitern und den Einzug ins Parlament zu verpassen.

Für die Zeit nach der Politik hat Farage bereits einen Plan. Er wäre gern Radiomoderator nach dem Vorbild der amerikanischen "Shock Jocks", sagte er im "GQ"-Interview. Mit möglichst krawalliger Polemik bannen diese in den USA ein großes Publikum, allen voran der erzkonservative Rush Limbaugh. Einige der amerikanischen Sendungen seien "abstoßend, wildes Zeug, verrückte Verschwörungstheorien", so Farage. Aber er habe immer schon ein "echtes Verlangen" nach dem Radio gehabt.

cvo
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.