EU-Parlament Ukip-Abgeordneter nach Parteischlägerei im Krankenhaus

Schwerwiegende Folge eines Streits bei der britischen Ukip-Partei: Steven Woolfe, Abgeordneter im Europaparlament, musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Steven Woolfe
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Steven Woolfe


Der Favorit für den Vorsitz der europafeindlichen britischen Partei Ukip, Steven Woolfe, ist nach Angaben von Nigel Farage im Europaparlament bei einem Streit mit Fraktionskollegen zusammengebrochen. Woolfe sei in ein Straßburger Krankenhaus gebracht worden, sagte Farage der Nachrichtenagentur AFP. Er sei in einem "ernsten Zustand".

Farage zufolge kam es bei einem Treffen der Ukip-Abgeordneten im Straßburger Parlament zu Auseinandersetzungen. Laut britischen Medien wurde Woolfe von einem Parteifreund ins Gesicht geschlagen. Daraufhin sei er gegen ein Fenster gestürzt und später im Parlament kollabiert, berichten die TV-Sender Sky und BBC.

Ein Sprecher des Parlaments bestätigte lediglich, Woolfe sei nach einem "Schwächeanfall" in ein Krankenhaus gebracht worden. Laut der Nachrichtenseite "Politico" ist der Politiker mittlerweile wieder bei Bewusstsein.

Später am Nachmittag äußerte Woolfe sich selbst. Es gehe ihm gut, sagte er. Er werde über Nacht vorsorglich im Krankenhaus bleiben. Anders als britische Medien berichtet hatten, habe er keine Gehirnblutung erlitten.

Die Ukip zählte zu den entschiedensten Befürwortern eines Austritts Großbritanniens aus der EU. Die Partei hat momentan mit Personalproblemen zu kämpfen.

Woolfe gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Parteivorsitz, nachdem die bisherige Ukip-Chefin Diane James nach nur 18 Tagen von diesem Posten zurückgetreten war. Farage hatte den Parteivorsitz nach dem Brexit-Votum im Juni, für das er gekämpft hatte, aufgegeben. Er kündigte an, als Interimschef vorläufig zu übernehmen, bis ein neuer Parteichef gewählt wird.

cte/AFP/AP



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