Neuer Bericht Uno zählt mehr als 3600 Tote im Ukraine-Konflikt

Terror und Gewalt in der Ukraine dauern an - trotz Waffenruhe. Seit Beginn des Konflikts wurden laut Uno Tausende Menschen getötet, verletzt und vertrieben. Beide Kriegsparteien drangsalieren die Bürger.
Soldat in der Ostukraine: 300 Tote - trotz vereinbarter Waffenruhe

Soldat in der Ostukraine: 300 Tote - trotz vereinbarter Waffenruhe

Foto: DAVID MDZINARISHVILI/ REUTERS

Kiew/Genf - Seit einem halben Jahr bekämpfen sich prorussische Separatisten und ukrainische Regierungstruppen in der Ostukraine. Bei den Gefechten sind nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen seit Mitte April mindestens 3660 Menschen getötet worden. Mehr als 8700 Menschen wurden verletzt.

Trotz der am 6. September vereinbarten Feuerpause ist die Gewalt in der Region nicht abgeflaut. Seither hat die Uno 331 Todesopfer gezählt. Mehr als 375.000 Menschen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Insgesamt sind nach Angaben des Uno-Büros für Menschenrechte  fünf Millionen Menschen von den Auswirkungen des Konflikts betroffen. Allein in den Regionen Donezk und Luhansk mussten 40.000 kleine und mittelständische Unternehmen schließen. Tausende Ukrainer verloren dadurch ihr Einkommen.

Russland beschneidet Freiheiten auf der Krim

"Die Waffenruhe ist ein sehr willkommener Schritt zur Beendigung der Krise in der Ostukraine", sagte der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Said Raad Al Hussein. "Ich fordere alle Parteien dazu auf, diese ernsthaft zu respektieren und aufrechtzuerhalten und die Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur ein für alle Male zu stoppen."

Hussein forderte, dass alle Menschenrechtsverletzungen rückhaltlos untersucht und verfolgt werden müssten, darunter der Beschuss von Zivilisten, Morde, mutmaßliche sexuelle Gewalt, die illegale Beschlagnahmung von Eigentum sowie die Misshandlung von Gefangenen.

Die Uno macht in ihrem Bericht sowohl die prorussischen Separatisten als auch die Freiwilligenverbände, die an der Seite der ukrainischen Armee kämpfen, für die Verbrechen verantwortlich. Beide Gruppen gingen mit größter Gewalt gegen angebliche Kollaborateure vor.

Ein düsteres Bild zeichnet die Uno auch von der Lage auf der von Russland annektierten Krim. Auf der Halbinsel würden Meinungs-, Glaubens- und Versammlungsfreiheit immer weiter eingeschränkt. Seit der Annexion werde besonders die muslimische Minderheit der Krimtataren drangsaliert - unter dem Vorwand, Extremismus zu bekämpfen.

syd/dpa
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