Reaktionen zu Gesprächsprotokoll Demokraten sprechen von Mafia-Methoden - Trump sieht sich entlastet

Donald Trump hat die Ukraine ermuntert, seinem Rivalen Joe Biden mit Ermittlungen zu schaden. Die Demokraten fühlen sich durch das Gesprächsprotokoll bestätigt. Der US-Präsident legt das anders aus.
"Mafiamäßig erpresst": Die US-Demokraten sehen Trumps Einflussnahme als bewiesen an

"Mafiamäßig erpresst": Die US-Demokraten sehen Trumps Einflussnahme als bewiesen an

Foto: SAUL LOEB / AFP

Donald Trump ist in der Ukraine-Affäre in die Offensive gegangen und hat ein Gesprächsprotokoll des Telefonats zwischen ihm und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlichen lassen. Der US-Präsident sieht sich dadurch entlastet.

Trump bestritt erneut, Druck auf Selenskyj ausgeübt zu haben. "Es gab keinen Druck", sagte er in New York. Das gehe aus dem vom Weißen Haus veröffentlichten Gesprächsprotokoll klar hervor. Erneut stellte sich Trump als Opfer dar. "Es ist die größte Hexenjagd in der amerikanischen Geschichte."

Selenskyj sagte am Rande der Uno-Vollversammlung, er habe sich in dem Telefonat nicht von Trump unter Druck gesetzt gefühlt. Es sei ein "normales" Gespräch gewesen, so der ukrainische Präsident. Er und sein Land wollten keine Rolle im US-Wahlkampf spielen, sagte Selenskyj.

Gegen den Vorwurf der Einflussnahme hatte er sich zuvor bereits gewehrt: "Niemand kann mich unter Druck setzen. Ich bin der Präsident eines unabhängigen Landes. Nur ein Mensch kann mich unter Druck setzen - nur mein Sohn, der sechs Jahre alt ist", so Selenskyj.

In dem Telefongespräch mit Selenskyj regte Trump Ermittlungen an, die seinem politischen Rivalen Joe Biden schaden könnten. Er werde seinen persönlichen Anwalt Rudolph Giuliani und Justizminister William Barr beauftragen, sich in der Sache bei Selenskyj zu melden, sagte Trump dem Gesprächsprotokoll vom 25. Juli zufolge.

"So spricht ein Mafia-Boss"

Die veröffentlichte Mitschrift war ein Gesprächsprotokoll, aber keine wortwörtliche Wiedergabe der Unterredung, wie es in dem Dokument hieß. Der Kongress hat zudem noch weitere von der Regierung zurückgehalten Dokumente zu dem Themenkomplex angefordert.

Viele Demokraten sahen es damit als erwiesen an, dass Trump sich der Hilfe einer ausländischen Regierung bedienen wollte, um seinem Rivalen Biden zu schaden und damit den Wahlkampf zu beeinflussen.

Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte, das Gespräch zeige, dass Trump die "Integrität unserer Wahlen" untergraben habe. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses der Parlamentskammer, Adam Schiff, bezeichnete das Protokoll als Beweis dafür, dass Trump den Ukrainer "mafiamäßig erpresst" habe. Trumps Aussage, dass die USA so viel für die Ukraine täten und nun einen Gefallen dafür erwarteten, habe Selenskyj nicht missverstehen können. "So spricht ein Mafia-Boss", sagte Schiff.

Trump sieht sich durch das Protokoll dagegen im Recht. "Sie hat sich verrannt", sagte der US-Präsident über Pelosi. Sie werde dominiert von der radikalen Linken in ihrer Demokratischen Partei.

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Ein führender Demokrat im Senat, Chuck Schumer, erklärte, mit der Veröffentlichung von nur einem Gesprächsprotokoll seien die Vorwürfe nicht ausgeräumt. Die frühere Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, erklärte auf Twitter: "Der Präsident der Vereinigten Staaten hat unser Land betrogen. Das ist kein politisches Statement - es ist harsche Realität und wir müssen handeln."

Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten am Dienstag die Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Sie werfen Trump wegen des Umgangs mit der Ukraine Verfassungsbruch vor.

als/fek/dpa
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