Ukraine-Affäre Berater sollen mehrfach versucht haben, Trumps Vorgehen zu verhindern 

US-Präsident Trump steht in der Ukraine-Affäre weiter unter Druck. Nun hat sich ein früherer Berater geäußert: Die Verschwörungstheorie, die hinter Trumps Bemühungen gesteckt habe, sei bereits "komplett entlarvt".

US-Präsident Trump: Wie jeder US-Bürger habe auch er das Recht, seinen "Ankläger" zu treffen
REUTERS/Erin Scott

US-Präsident Trump: Wie jeder US-Bürger habe auch er das Recht, seinen "Ankläger" zu treffen


Der US-Präsident ist nicht gerade dafür bekannt, dass er viel Wert auf den Rat seiner Mitarbeiter legt. Auch in der Ukraine-Affäre könnte Donald Trump die Warnungen seines Stabs ignoriert haben. Wie die "New York Times" berichtet, soll der Präsident mehrfach aus den eigenen Reihen davor gewarnt worden sein, von der Ukraine Ermittlungen gegen den Sohn von Joe Biden erzwingen zu wollen.

Die Verschwörungstheorie, die hinter Trumps Bemühungen gesteckt habe, sei bereits "komplett entlarvt", hätte die Warnung gelautet. Das sagte Thomas P. Bossert, Trumps früherer Berater für Heimatschutz, der Zeitung.

Die Bedenken seien demnach bereits lange vor dem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an Trump herangetragen worden. Bossert sei "zutiefst besorgt" darüber gewesen, dass der US-Präsident dennoch versucht habe, schädliches Material über die US-Demokraten vorzulegen. Trump steht in der Affäre zunehmend unter Druck.

Die Demokraten im Repräsentantenhaus bereiten ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen ihn vor. Dem Präsidenten wird vorgeworfen, die Macht seines Amtes genutzt zu haben, um zu erreichen, dass sich ein anderes Land zu seinen Gunsten in die US-Wahl 2020 einmischt. Im Zentrum der Vorwürfe steht das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Trump ermunterte seinen Amtskollegen zu Ermittlungen, die seinem politischen Rivalen Joe Biden schaden könnten.

Die Vorwürfe der US-Demokraten stützen sich vor allem auf die Beschwerde eines anonymen Geheimdienstmitarbeiters, der Anschuldigungen gegen Trump erhebt. Der US-Präsident weist die Vorwürfe gegen sich zurück und zweifelt an der Glaubwürdigkeit des Hinweisgebers. Am Sonntag forderte er auf Twitter, er wolle seinen Ankläger treffen. Auch drohte er dem Informanten mit "großen Konsequenzen".

Whistleblower unter Polizeischutz

Bei dem Hinweisgeber soll es sich laut "New York Times" um einen Mitarbeiter des Auslandsgeheimdiensts CIA handeln. Er hatte angegeben, bei den meisten von ihm beanstandeten Vorgängen kein direkter Zeuge gewesen zu sein, aber übereinstimmende und glaubwürdige Informationen verschiedener Regierungsmitarbeiter dazu bekommen zu haben.

Einem Medienbericht zufolge steht der Informant mittlerweile unter Polizeischutz. Gegen ihn seien Drohungen eingegangen, berichtete der Fernsehsender CBS am Sonntag.

asc/Reuters

insgesamt 88 Beiträge
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wunderlist 30.09.2019
1. Das Ende naht
Jedem ist jetzt klar, dass an der Seite von Trump nichts mehr zu gewinnen ist. Seine Leute werden ihn zu Fall bringen. Dazu wird es kein Amtsenthebungsverfahren mehr brauchen.
claus7447 30.09.2019
2. Der nutzloseste Job bei donny: Berater
Eigentlich muss man sich fragen, warum umgibt sich dercman mit "Beratern ". Der sinnloseste Job im Weißen Haus. Vermutlich braucht Donny auch keine Minister, den er könnte es besser, schneller und wirksamer, meint er. Nur dann bleibt ja keine Zeit zum golfen. Auch wieder mist. Also gibt es Berater und Minister.
Reiner Geist 30.09.2019
3. Patriotismus?
Der Präsident ruft im Ausland an und versucht einem Amerikaner (Biden) zu schaden. Motivation bekannt. Wie kann man sich dann Patriot nennen? Das zumindest müsste doch sogar seinen Wählern zu denken geben, sofern sich denken und Trump wählen nicht grundsätzlich ausschließen.
glissando 30.09.2019
4. In heller Panik - Trump wirft Blendgranaten
Da schießt sich der Präsident in alter Mueller-Manier auf den Whistleblower ein und versucht abzulenken: Der habe alles ganz, ganz falsch dargestellt. Dabei ist der Whistleblower langst nicht mehr relevant: Der Präsident selbst hat das Transkript offengelegt, dass zumindest ein starkes Indiz fur seinen Gesetzesbruch ist. Da helfen ihm keine Verunglimpfungen von Gegnern, diesmal müsste er sich selber runterputzen. When the shit hits the fan...
georgishukow 30.09.2019
5. Das glaube ich nicht!
Zitat von wunderlistJedem ist jetzt klar, dass an der Seite von Trump nichts mehr zu gewinnen ist. Seine Leute werden ihn zu Fall bringen. Dazu wird es kein Amtsenthebungsverfahren mehr brauchen.
Der Typ ist wie ein Stehaufmänchen.Solange Geld und Macht vorhanden sind wird sich nichts ändern.
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