Trump und die Ukraine-Affäre US-Geheimdienstkoordinator verteidigt Whistleblower

Zuerst hatte er die Weitergabe des Whistleblower-Berichts verhindert, nun hat US-Geheimdienstkoordinator Maguire den anonymen Informanten verteidigt. Er denke, dieser habe "durchweg in gutem Glauben" gehandelt.

Joseph Maguire, Koordinator der US-Geheimdienste: "Durchweg in gutem Glauben" gehandelt
Leah Millis/ REUTERS

Joseph Maguire, Koordinator der US-Geheimdienste: "Durchweg in gutem Glauben" gehandelt


"Ich denke, dass der Whistleblower das Richtige getan hat." Mit diesen Worten hat der Koordinator der US-Geheimdienste, Joseph Maguire, den Hinweisgeber in der Ukraine-Affäre verteidigt. Maguire sagte am Donnerstag vor dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses aus. Er sagte, er sei überzeugt, dass der Informant "durchweg in gutem Glauben" gehandelt und stets die Gesetze befolgt habe.

Maguire hatte die Weitergabe des Whistleblower-Berichts ans Parlament zunächst blockiert - obwohl Michael Atkinson, der Generalinspekteur der Geheimdienste, die Beschwerde als "glaubhaft" und "dringlich" bezeichnet hat.

Inzwischen wurde das neunseitige Dokument vom Kongress veröffentlicht. Der Informant teilt darin mit, er sei von anderen Regierungsvertretern in Kenntnis gesetzt worden, dass Trump "die Macht seines Amtes nutzt, um die Einmischung eines ausländischen Landes bei der US-Wahl 2020 zu erbitten."

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Angelegenheit sei "beispiellos"

Maguire sagte nun: "Ich glaube, dass alles in dieser Angelegenheit beispiellos ist." Er verteidigte die Entscheidung, dass er die Beschwerde nicht umgehend den Geheimdienstausschüssen vorgelegt hatte. Sie berühre "komplizierte und sensible Angelegenheiten" und habe erst freigegeben werden können, nachdem Trump die Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls autorisiert habe, sagte Maguire.

Das Protokoll war am Mittwoch veröffentlicht worden (den Wortlaut lesen Sie hier).

Die Beschwerde des Whistleblowers ist auf den 12. August datiert und berührt das strittige Telefonat zwischen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Jener US-Geheimdienstmitarbeiter war von dem Telefonat derart alarmiert, dass er eine offizielle interne Beschwerde über Trump einreichte. Der Vorwurf: Trump missbrauche sein Amt in illegaler Weise, um sich vom Ausland im Wahlkampf helfen zu lassen.

mst/dpa

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