"Volksrepublik Donezk" Separatisten-Chef tritt ab

An der Spitze der prorussischen Separatisten wurde ein Wechsel vollzogen: Der bisherige Anführer und selbsterklärter Premier der "Volksrepublik Donezk", Alexander Borodai, wird von Alexander Sachartschenko abgelöst.
"Volksrepublik Donezk": Separatisten-Chef tritt ab

"Volksrepublik Donezk": Separatisten-Chef tritt ab

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Kiew - In der Führungsriege der Separatisten im Osten der Ukraine steht ein Wechsel an: Der aus dem Osten des Landes stammende Separatist Alexander Sacharschenko soll den bisherigen Anführer Alexander Borodai ersetzen. Borodai erklärte am Donnerstagabend, er gebe seinen Posten an Sacharschenko ab. "Er ist ein echter Kommandeur, eine schlaue Person, ein großartiger Manager", lobte Borodai seinen Nachfolger.

Borodai ist Russe, er war der selbsternannte Premier der von den Milizen ausgerufenen "Volksrepublik Donezk". Zuletzt war der Rebellenführer einer der Hauptansprechpartner, was die Ermittlungen am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs betraf.

Die ukrainische Regierung hatte zuvor mitgeteilt, die Waffenruhe rund um die Absturzstelle auszusetzen. Die Feuerpause in dem Gebiet sei bis zur Wiederaufnahme der Ermittlungen internationaler Experten außer Kraft, hieß es aus Kiew. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatte am Mittwochabend angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Region einen vorläufigen Stopp der Suche nach weiteren Opfern verkündet.

Die Waffenruhe galt in den vergangenen Tagen im Umkreis von 20 Kilometern um die Absturzstelle. Dennoch gab es in dem Gebiet immer wieder Explosionen und Schusswechsel. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor drei Wochen mit 298 Menschen an Bord auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mutmaßlich nach dem Beschuss mit einer Rakete abgestürzt.

Nato bietet Militärhilfe an

Militärische Hilfe für Kiew plant offenbar die Nato: Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hat mit dem Generalsekretär des westlichen Verteidigungsbündnisses, Anders Fogh Rasmussen, über mögliche Militärhilfen gesprochen. Die beiden hätten Wege diskutiert, wie die ukrainische Armee in den Bereichen Kommando, Kommunikation und Cyberabwehrfähigkeiten gestärkt werden könnte, hieß es aus Kiew.

Den Angaben zufolge sollte dazu ein schon bestehender Nato-Finanztopf genutzt werden. Ob die Nato das Land im Konflikt mit prorussischen Separatisten auch mit tödlichen Waffensystemen unterstützen könnte, sei offenbar nicht diskutiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Nato hatte am Mittwoch gewarnt, Russland habe an der Grenze zur Ukraine 20.000 Soldaten zusammengezogen. Russland wirft dem Militärbündnis vor, seinen Einflussbereich entgegen früheren Absprachen nach Osten ausgedehnt zu haben.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.