Konflikt mit Separatisten Ukrainische Truppen starten Großangriff auf Flughafen von Donezk

Auf dem Flughafen von Donezk läuft ein "Anti-Terror-Einsatz" - so nennt es die ukrainische Armee. Sie setzt Kampfhubschrauber und Jets gegen Separatisten ein, die das Gebäude seit der Nacht halten.

AFP

Donezk - Was zunächst wie ein gewaltloser Zwischenfall aussah, hat sich auf dem Flughafen von Donezk zu einem bewaffneten Konflikt entwickelt. Dort liefern sich prorussische Separatisten und die ukrainische Armee ein offenes Feuergefecht.

Die Bewaffneten hatten in der Nacht den Flughafen der Stadt besetzt. Es laufe ein "Anti-Terror-Einsatz" an dem Airport, seitdem um 13 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) ein Ultimatum an die Besetzer abgelaufen sei, teilte ein Militärsprecher mit. Bodentruppen würden dabei von Kampfhubschraubern mit Fallschirmjägern unterstützt.

Wie der polnische Sender TVN24 meldet, ist die Landebahn bereits wieder unter ukrainischer Kontrolle, die prorussischen Angreifer halten dagegen noch das Terminal. Der am Sonntag gewählte neue ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, hatte den prorussischen Separatisten im Osten des Landes zuvor den Kampf angesagt. Nach Ansicht der Separatisten gehören die Regionen Donezk und Luhansk nicht mehr zur Ukraine.

An dem Flughafen waren eine Explosion und heftige Schusswechsel zu hören, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Über einem Gebäude stand eine schwarze Rauchwolke, der Lärm von Kampfjets war zu hören.

Russland bietet Dialog, OSZE erkennt Wahl an

Eine Gruppe Bewaffneter habe den Flughafen zuvor um 3 Uhr morgens besetzt, sagte Flughafensprecher Dmitro Kosinow. "Es gab keine Schießerei." Die Soldaten der ukrainischen Armee, die das Umfeld des Flughafens bewachten, seien von den Angreifern zum Abzug aufgerufen worden. Alle An- und Abflüge wurden gestrichen.

Poroschenko hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag ersten Ergebnissen zufolge mit rund 54 Prozent der Stimmen gewonnen und wurde damit gleich im ersten Wahlgang ins Amt des Staatschefs gewählt. Der designierte Präsident sagte am Vormittag in Kiew, er unterstütze den laufenden Einsatz gegen die Separatisten im Osten.

Dieser müsse aber "kürzer" und "effizienter" werden. Verhandlungen mit den prorussischen Kämpfern schloss er erneut aus. "Es gibt keine Gespräche mit Terroristen", sagte Poroschenko. Er werde nicht zulassen, dass die Ostukraine "zu einem Somalia wird".

Unterdessen gibt es weitere Reaktionen auf die Wahl, die Poroschenko klar gewonnen hat. Russland bot dem Sieger Gespräche an, vermied aber, das Ergebnis offiziell anzuerkennen. Dagegen hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Präsidentenwahl als rechtmäßig eingestuft. Der Wahlsieger sei legitimer Präsident, erklärte die OSZE am Montag. Die Wahl wird vom Westen als entscheidend für die Stabilisierung der Ukraine gesehen.

jok/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 188 Beiträge
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Seite 1
juerler@saxonia.net 26.05.2014
1. Ukraine
Zitat von sysopAFPAuf dem Flughafen von Donezk läuft ein "Anti-Terror-Einsatz" - so nennt es die ukrainische Armee. Sie setzt Kampfhubschrauber und Jets gegen Separatisten ein, die das Gebäude seit der Nacht halten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-am-flughafen-donezk-toben-gefechte-a-971779.html
und Bomben werden eingesetzt.Das dürfen Sie wo nicht schreiben? OSCE-Chef hat gebeten die Worte" Terroristen und Separatisten nicht mehr zu verwenden.Nix gehört?
ms.marzahn 26.05.2014
2. Richtig gehandelt !
Es ist vollkommen in Ordnung, dass die Ukraine gegen diese sogenannten "Separatisten" militärisch vorgeht. Es gibt KEIN LAND auf dieser Erde, dass einfach hinnehmen könnte, dass irgendwelche selbsternannten und von Russland bezahlten und ausgerüsteten "Separatisten" sich einfach ein Region eines Landes mit brutaler Gewalt unter den Nagel reißen können.
ElisabethMeier 26.05.2014
3. Unfassbar
Dialog ablehnen, aber bombardieren. Das ist jetzt das Ergebnis einer Volksbewegung, die begann, um die Ukraine demokratischer zu gestalten. Ein "Effizienter, kurzer Anti-Terror-Einsatz." Das sind die Mittel einer Diktatur.
taglöhner 26.05.2014
4.
Nachdem Putin wohl klargeworden ist, dass er den Donbass nicht wie die Krim zum (vermeintlichen) Schnäppchenpreis kriegt, ist die Lage der Separatisten aussichtslos. Es wäre im Interesse aller, jetzt die Waffen zu strecken und sich auf angmessene Methoden zu besinnen. Die heißen nach westlichem Standard Bürgerbewegung, ziviler Widerstand und Oppositionspolitik!
maburayu 26.05.2014
5.
Zitat von juerler@saxonia.netund Bomben werden eingesetzt.Das dürfen Sie wo nicht schreiben? OSCE-Chef hat gebeten die Worte" Terroristen und Separatisten nicht mehr zu verwenden.Nix gehört?
Wie würden Sie die Kämpfer denn nennen, Kuscheltruppe oder so? Sie bezeichnen sich doch selbst als Kämpfer für einen seperaten Staat, also sind es Seperatisten.
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