Ukraine Amnesty wirft Konfliktparteien Folter vor

Schläge, Elektroschocks, Schlafentzug und Scheinhinrichtungen: Im Ukraine-Konflikt sollen beide Seiten Gefangene gefoltert haben, berichtet Amnesty International. In der Ostukraine werden zwei mutmaßliche russische Soldaten festgehalten.

Separatisten inspizieren einen zerstörten Panzer: Bei den Kämpfen in der Ukraine starben bisher mindestens 6250 Menschen
REUTERS

Separatisten inspizieren einen zerstörten Panzer: Bei den Kämpfen in der Ukraine starben bisher mindestens 6250 Menschen


Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den Konfliktparteien in der Ukraine Folter und weitere Verbrechen vor. Gefangene auf beiden Seiten seien misshandelt worden, heißt es in einem Bericht. Prorussische Aufständische hätten zudem mindestens acht Gefangene hingerichtet.

Die Gefangenen seien geschlagen, mit Elektroschocks und Messern traktiert, getreten, aufgehängt und mit dem Tode bedroht worden - auch Scheinhinrichtungen habe es gegeben, heißt es in dem Bericht. Die Insassen seien mit Schlafentzug gequält worden und seien nicht medizinisch versorgt worden.

Für den Bericht hat Amnesty 33 ehemalige Gefangene befragt. 17 von ihnen wurden von den Separatisten festgehalten, 16 von der Gegenseite.

Russland hat stets Vorwürfe zurückgewiesen, den Rebellenaufstand im Osten der Ukraine militärisch zu unterstützen. Dennoch werden momentan zwei russische Männer in der Ostukraine festgehalten, die nach eigenen Aussagen Soldaten sind.

Die Männer gaben an, als Soldaten im Auftrag russischer Streitkräfte in der Ukraine gewesen zu sein. Das russische Verteidigungsministerium widersprach den Angaben: Die Männer seien Privatpersonen, hieß es von Ministeriumsseite.

Dem ukrainischen Militär zufolge wurden die beiden Männer bei einem Feuergefecht im Osten des Landes verletzt und festgenommen. Sie sollen angeblich Regierungssoldaten getötet haben.

Die russische Regierung unternimmt nach eigenen Angaben alle notwendigen Schritte, um sie freizubekommen.

kry/Reuters/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
n.nixdorff 22.05.2015
1. Zu
Beginn der Kämpfe kursierten schon furchtbare Fotoserien und Zeugenaussagen im Internet, die zeigten, wie die sogenannten Separatisten ukrainische Soldaten folterten und töteten. Das wurde dann nach dem bewährten russischen System vehement geleugnet und die Echtheit der Beweise angezweifelt. Dass auch die Ukrainer foltern, ist schlimm, überrascht aber in dem Kontext nicht. Es gibt nur eine Lösung: Russland muss endlich seine Finger von der Ukraine lassen und diesen unerklärten schmutzigen Krieg beenden.
Berliner42 22.05.2015
2.
Erst Soldaten schicken und dann verleugnen. Was das wohl für einen Eindruck bei der russischen Truppe macht?
kon/nos 22.05.2015
3.
Oh was für ein Wunder . Beim Krieg gibt es zwangsläufig Folter egal was die UNO verschreibt. Russen bzw Ukrainer sind genau so wie Amerikaner oder Engländer oder oder..... Im übriges soll soll die amnesty ein Spaziergang zu manche türkische bzw israelische Krankenhäuser machen um zu sehen wie Isis Kämpfer aufgepäpelt werden. Verdrehte Welt....
syracusa 22.05.2015
4.
Amnesty International ist für die Russen doch ohnehin nur eine der faschistischen NGOs, die im Auftrag der CIA friedliche demokratische Staaten destabilisieren sollen ...
Ulrike E. 22.05.2015
5. @N.Nixdorff:
Könnten Sie endlich einmal die ideologische Brille abnehmen? Seit Herbst 2014 ist bekannt, dass auf Kiewer Seite *polnische und kroatische Soldaten* kämpfen. Sie hingegen behaupten immer, nur Russland würde *eigene Leute* in die Ukraine schicken. Und was ist weniger schlimm, wenn die Ukraine foltert, nur weil es einige Separatisten auch tun. Keines von beiden ist okay, wer so etwas behauptet, sollte ernsthaft seinen Standpunkt überdenken. Wer eigene Soldaten in einen Drittstaat schickt, egal ob EU-Mitglied oder nicht, müsste ebenso wie Russland sanktioniert werden, da dies gegen das Völkerrecht verstößt. Soldaten, die Gefangene foltern, gehören ebenso wie die zuständige Regierung vor den internationalen Strafgerichtshof und dabei ist es mir egal, ob es sich um westliche, östliche oder sonstige Staatschefs handelt. Warum gibt es den ganzen Ärger mit der Ukraine, u.a. deshalb weil die USA finanziell die NGOS unterstützte, um einen Westkurs zu bewegen, weil das Assozierungsabkommen keinen Erfolg bedeutet hätte. Die EU hätte *nie* ukrainische Produkte gekauft, dass hatte der belgische Unterhändler de Gucht sogar dem ukrainischen Kollegen auf Nachfragen bestätigt. Also wer hätte davon profitiert, nur die EU. Es ist schwachsinnig, ein Land, dass den Großteil seiner Waren nach Russland schickt, plötzlich lösen zu wollen, ohne die Verpflichtungen zu übernehmen. Die Maidanbewegung war keineswegs in Ordnung, ebensowenig das Verhalten gegenüber der Gegenproteste, aber das interessiert weder Westen noch EU. Einen Großteil dieser Konflikte wäre überflüssig, wenn sich sowohl die EU als auch die USA an ihr Versprechen bei der deutschen Wiedervereinigung gehalten hätte "Keine EU- und NATO-Osterweiterung" - oh nein, die USA steht ebensowenig wie der Westen über den Völkerrecht, nur geht man gegen deren Taten nicht vor und darum hat man nun diese Debakel. Wie viele Menschen müsse noch ihr Leben verlieren, bevor man einsieht, dass man keinen die westliche Ideologie aufzwingen kann? Denkt mal darüber in Ruhe nach!
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