Hilfspaket Merkel und Obama versprechen Ukraine weitere Kredite

Kanzlerin Merkel und US-Präsident Obama haben sich in einem Telefonat auf neue Finanzhilfen für die Ukraine geeinigt. Zuvor hatte die EU Russland mit Sanktionen gedroht - was dem neuen griechischen Premier Tsipras gar nicht gefällt.
Training in Mariupol: Der Ukraine geht das Geld aus

Training in Mariupol: Der Ukraine geht das Geld aus

Foto: Anastasia Vlasova/ dpa

Washington - Nach einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama ein weiteres Hilfspaket für die Ukraine in Aussicht gestellt. Beide Politiker seien sich einig, dass Finanzhilfen zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Krisenlands wichtig seien, hieß es aus dem Weißen Haus. Der Internationale Währungsfonds solle die neuen Kredithilfen vorbereiten.

Merkel und Obama seien besorgt über die zunehmende Gewalt in der Ostukraine und Russlands materielle Unterstützung für die Separatisten, hieß es weiter.

Wenige Stunden zuvor hatten die Staats- und Regierungschefs der EU Russland mit einer Verschärfung der Sanktionen gedroht. In einer Erklärung, die durch den Europäischen Rat in Brüssel veröffentlicht wurde, verwiesen die Politiker auf "die fortdauernde und wachsende Unterstützung", die Russland den Separatisten im Osten des Landes gewähre: "Wir drängen Russland, die Handlungen der Separatisten zu verurteilen und das Minsker Abkommen umzusetzen."

Griechenlands neuer Premier Alexis Tsipras ist mit dieser Erklärung nicht einverstanden: Sie sei nicht mit Griechenland abgesprochen gewesen und entspreche nicht den griechischen Vorstellungen. Verschärfte Sanktionen lehne er ab.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, der Regierung in Kiew weitere 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Das Geld soll aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU kommen und in Form mittelfristiger Darlehen fließen. Die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament müssen der neuen Hilfe noch zustimmen.

Die EU hatte der Ukraine bereits vergangenes Jahr 1,36 Milliarden Euro gewährt. Die letzte Rate aus diesen Programmen in Höhe von 250 Millionen Euro kann nach Angaben der Kommission in diesem Frühjahr ausgezahlt werden, sofern die Ukraine die vereinbarten politischen Reformen erfolgreich umsetzt.

Fotostrecke

Ostukraine: Mariupol unter Schock

Foto: Evgeniy Maloletka/ AP/dpa
vet/dpa/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.