Straßenschlachten in Kiew Molotow-Cocktails gegen Janukowitschs Parteizentrale

Neue Runde im Machtkampf in der Ukraine: Regierungsgegner griffen die Parteizentrale von Staatschef Janukowitsch mit Molotow-Cocktails an. Es kam zu Straßenschlachten, die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Krawalle in Kiew: Straßenschlachten im Zentrum der Hauptstadt
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Krawalle in Kiew: Straßenschlachten im Zentrum der Hauptstadt


Kiew - Wochenlang war es ruhig, jetzt spitzt sich der Machtkampf in der Ukraine offenbar wieder zu: Gegner der Regierung attackierten am Dienstag in Kiew die Zentrale der Partei von Präsident Wiktor Janukowitsch.

Kurz zuvor war es bereits vor dem Parlament in der Hauptstadt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen einer Gruppe Demonstranten und der Bereitschaftspolizei gekommen. Im Marienpark nahe dem Parlament warfen vermummte Demonstranten Steine auf Sicherheitskräfte und schossen Feuerwerkskörper ab. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte mit Gummigeschossen. Das berichtete der Internetsender hromadske.tv am Dienstag.

Bei den Zusammenstößen wurden mindestens drei Polizisten verletzt. In der Gruschewski-Staße zum Regierungsviertel zündeten Demonstranten Reifen an. Zwei Lastwagen gingen in Flammen auf. Ein massives Polizeiaufgebot sicherte das Parlament ab. Die Miliz brachte Wasserwerfer in Stellung.

Die Regierungsgegner fordern Verfassungsänderungen, um die Vollmachten von Präsident Wiktor Janukowitsch zu beschneiden. Parlamentschef Wladimir Rybak weigerte sich aber am Dienstag, eine entsprechende Initiative auf die Tagesordnung zu setzen. Aus Protest gegen die Entscheidung blockierten Dutzende Oppositionsabgeordnete das Präsidium der Obersten Rada.

In der Ukraine tobt seit Monaten ein Machtkampf. Noch in dieser Woche will Janukowitsch einen Nachfolger für den am 28. Januar zurückgetretenen Regierungschef Nikolai Asarow vorschlagen.

Am Montag war eine Massenamnestie für mehr als 260 Menschen in Kraft getreten, die bei blutigen Straßenschlachten im Januar festgenommen worden waren. Im Gegenzug gaben die Regierungsgegner besetzte Gebäude wie die Stadtverwaltung frei.

Die Oppositionspolitiker Arsenij Jazenjuk und Vitali Klitschko hatten am Montag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Lage in der Ex-Sowjetrepublik besprochen. Sie fordern vom Westen Sanktionen gegen die Führung um Janukowitsch.

als/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
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Lebensberater 18.02.2014
1. optional
Warum schickt Janukowitsch nicht endlich sein Militär auf die Strasse, um die militanten Chaoten um Klitschko zur Raison zu bringen? Es darf doch wohl nicht sein, daß die USA, Merkel und Co aus ökonomisch-ideologischen Gründen ungestraft solchen Terror initiieren und unterstützen.
N.Danilewski 18.02.2014
2.
Zitat von LebensberaterWarum schickt Janukowitsch nicht endlich sein Militär auf die Strasse, um die militanten Chaoten um Klitschko zur Raison zu bringen? Es darf doch wohl nicht sein, daß die USA, Merkel und Co aus ökonomisch-ideologischen Gründen ungestraft solchen Terror initiieren und unterstützen.
Weil unsere Regierung ein Angriff auf diese Terroristen als ein Angriff auf Deutschland darstellen würde. Die Ukraine braucht dafür grünes Licht aus Moskau und dieses wird es wohl erst nach der Olympiade geben. Die Liebesgrüße aus Kaliningrad hat Russland jedenfalls schon installiert.
taurus3000 18.02.2014
3. Fremdbestimmt
Kaum waren die beiden ukrainischen Oppositions-Laffen wieder bei der treusorgenden Mutti zum Befehlsempfang, schon fliesst auf Kiews Strassen wieder das Blut der Ordnungshüter ... Der Westen sollte sich über die Reaktion des russischen Bären nicht wundern, die wohl nun nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
seneca55 18.02.2014
4. Aktivisten greifen Polizei mit Molotow-Cocktails an?
Was hat Klitschko im Kanzleramt gestern erfahren, dass seine Bürgerwehren in Kiew jegliche Manieren gegen die Polizei und Parteigebäude der Regierungsparteien mit gewalttätigen Angriffen und Sturm nach vorne gehen? Waren die von Merkel angebotenen 610 Millionen EUR den Aktivisten für den Anschluss an die EU zuwenig?? Was ist mit dem Generalstreik, den Boxer Klitschko über die Ukraine ausgerufen hat, wird der etwa nicht befolgt? Endlich wird wieder über die Ukraine berichtet; denn es geht wieder voran auf dem Maidan!
meinung2013 18.02.2014
5.
Zitat von LebensberaterWarum schickt Janukowitsch nicht endlich sein Militär auf die Strasse, um die militanten Chaoten um Klitschko zur Raison zu bringen? Es darf doch wohl nicht sein, daß die USA, Merkel und Co aus ökonomisch-ideologischen Gründen ungestraft solchen Terror initiieren und unterstützen.
Weil er hoffentlich um die Macht der Bilder und Presse weiß und eben nicht noch "Munition" in die Argumente der USA und deren Handlanger aus EU, Deutschland und Klitschko geben will. Ohne Militär kann er viel besser das wahre Gesicht dieser Demonstranten zeigen. Mit Militär würden die alle zu Opfern stlilsiert und der AUfschrei im Westen wäre groß. Ich hoffe wirklich sehr, Janukowitsch ist schlau genug oder einfach nur taktisch.
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