Mutmaßlicher Angriff auf Flüchtlingskonvoi Ukrainische Armee meldet Bergung von Toten

Kiew beschuldigt die prorussischen Separatisten, einen Flüchtlingskonvoi mit Raketen attackiert zu haben. Bestätigt sind die Berichte nicht. Jetzt hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben mehrere Tote geborgen.


Kiew - Einmal mehr beschuldigen sich ukrainisches Militär und prorussische Separatisten gegenseitig. Die Regierung in Kiew wirft den Milizen vor, mit russischen Mörsern und Grad-Raketenwerfern auf fliehende Zivilisten geschossen zu haben, die in einem humanitären Korridor unterwegs gewesen seien. Bei dem mutmaßlichen Angriff in der Ostukraine sollen Dutzende Menschen getötet worden sein.

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Bilder von dem Zwischenfall am Montag gibt es bisher nicht, auch keine Bestätigung von unabhängiger Seite. Das US-Außenministerium verurteilte zwar die Tat, konnte aber nicht sagen, wem sie zuzurechnen ist. Die Separatisten bestreiten, für die Attacke verantwortlich zu sein, dies seien die Regierungstruppen.

Am Dienstag meldete das ukrainische Militär nun, 15 Opfer des Raketenangriffs geborgen zu haben. Ein Armeesprecher sagte in Kiew, die Leichen seien am Montagabend gefunden worden. Die Suche nach weiteren Toten sei wegen heftiger Gefechte am Dienstag aber unterbrochen worden.

Der Kiewer Darstellung zufolge saßen in den Bussen Flüchtlinge aus der Stadt Luhansk, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Nach Angaben eines Militärsprechers sind viele der Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die EU-Kommission verurteilte am Dienstagnachmittag den angeblichen Beschuss des Flüchtlingskonvois. Der Vorfall müsse untersucht werden, teilte Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach zwei Telefonaten mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit. Der Staatschef aus Kiew will nach eigenen Angaben am 30. August wieder nach Brüssel kommen. Für diesen Termin ist ein Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs geplant.

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Die Regierungstruppen kämpfen seit vier Monaten gegen die Rebellen, die einen Anschluss des Gebiets an Russland fordern. In den vergangenen Tagen sind die Kämpfe Medienberichten zufolge heftiger geworden. Nach Angaben des ukrainischen Militärs wird inzwischen auch im Zentrum von Luhansk gekämpft. Eine Bestätigung der Separatisten gibt es hierfür bisher nicht.

In der Großstadt Donezk soll die Wasserversorgung nach einer Explosion völlig zusammengebrochen sein.

heb/Reuters/dpa

insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
RalfHenrichs 19.08.2014
1. Nichts genaues weiß man nicht
Wenn davon irgendetwas stimmt, dann soll der Flüchtlingskonvoi wohl durch eine Gegend gefahren sein, in der sich ukrainische Soldaten und Separatisten beschossen haben. Selbst wenn Kiew jetzt die Toten präsentiert, wird man nie sagen können, ob die Granate von den Soldaten oder Separatisten abgeschossen worden ist. Daher: was soll das ganze dann? Glauben kann man ja weder der einen noch der anderen Seite.
beobachter48 19.08.2014
2. Wie gehabt
Zitat von sysopAPKiew beschuldigt die prorussischen Separatisten, einen Flüchtlingskonvoi mit Raketen attackiert zu haben. Bestätigt sind die Berichte nicht. Jetzt hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben mehrere Tote geborgen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-armee-meldet-bergung-von-tote-nach-mutmasslichem-angriff-a-986905.html
Was man von den Meldungen aus Kiew halten kann ist ja hinlänglich bekannt. So lange alles eine Mutmaßung ist sollte sich seriöser Journalismus zügeln und Meldungen erst verbreiten, wenn alles wasserdicht bewiesen ist.
derz 19.08.2014
3. @beobachter48: was für eine unsinnige Idee
Eine sehr merkwürdige Idee, dass die Presse nur "wasserdicht Bewiesenes" berichten sollte. In solch einer Gesellschaft wollte ich nicht leben müssen.
GegenStromSchwimmer 19.08.2014
4. Bis jetzt hat die Kiever Junta immer nur Lügen verbreitet,
1) 100 tote Demonstranten --> Untersuchung eingestellt 2) MH17 Untersuchungsergebnisse nicht vorgestellt 3) 2Mai Odessa Brand, beim Lebendigen Leibe verbrannte prorussische Demonstranten, Untersuchung eingestellt 4) Der angebliche russische Konvoi vom 17.08.2014, wo angeblich 18 russische Fahrzeuge zersört worden sind, keine Beweise. Und jetzt kommen die Flüchtlinge zufällig ums Leben...
viceman 19.08.2014
5. die presse hat aber
Zitat von derzEine sehr merkwürdige Idee, dass die Presse nur "wasserdicht Bewiesenes" berichten sollte. In solch einer Gesellschaft wollte ich nicht leben müssen.
wahr,sachlich und neutral zu berichten, ansonsten wird sie propaganda. ein irweg, denn die hießige hörigen medien hoffieren im gleichschritt die ukrainische putschregierung und deren "anitterrorkampf". um dann gleichzeitig , die bösen russen und ihr noch böser chef zu dämonisieren. es existiert eine eine gleichschaltung , schlimmer und undurchdringlicher als in vorzeiten...
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