Ukraine Chef der Antikorruptionsbehörde wegen Korruption verurteilt

Seine Behörde machte 2016 dubiose Zahlungen aus der Ukraine an Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort öffentlich. Nun ist Artjom Sytnik verurteilt worden. Ausgerechnet wegen Korruption.
Artjom Sytnik wurde mehrfach zu einem Urlaub in einem luxuriösen Jagdwochenendhaus eingeladen

Artjom Sytnik wurde mehrfach zu einem Urlaub in einem luxuriösen Jagdwochenendhaus eingeladen

Foto: Ukrainian News/ imago images

In der Ukraine ist der Chef des "Nationalen Antikorruptionsbüro" (NABU) rechtskräftig wegen Korruption verurteilt worden. Das Berufungsgericht in der westukrainischen Stadt Riwne bestätigte das Urteil aus erster Instanz gegen Artjom Sytnik, wie ukrainische Medien berichteten. Der Jurist war mehrfach zu einem Urlaub im Wert von mehreren Zehntausend Euro in einem luxuriösen Jagdwochenendhaus eingeladen worden.

Zwar beträgt die Ordnungsstrafe umgerechnet nur etwa 130 Euro. Mit dem rechtskräftigen Urteil droht dem Beamten jedoch die Entlassung.

Sytnik ist Leiter der Behörde, die 2015 mit westlichen Geldern zur Korruptionsbekämpfung aufgebaut wurde. Sie machte 2016 öffentlich, dass aus der Ukraine während des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA im selben Jahr dubiose Zahlungen an Donald Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort geleistet wurden.

In der Ukraine warf man Sytnik deshalb vor, die Wahlen in den USA beeinflusst  und gegen die nationalen Interessen der Ukraine gehandelt zu haben. Die Arbeit wurde der NABU in der Vergangenheit nicht leicht gemacht: Das ukrainische Parlament versuchte die Antikorruptionsbehörde etwa 2018 per Gesetz zu entmachten. Dieses Vorhaben konnte von der Europäischen Union aber gestoppt werden. Der Nichtregierungsorganisation Transparency International nach ist die Ukraine eines der korruptesten Länder Europas.

mfh/dpa