Ostukraine OSZE-Drohnen mit Störsignal attackiert

Sie sollen die Einhaltung der Waffenruhe überwachen und werden selbst zur Zielscheibe: Schon zum dritten Mal wurde eine Drohne der OSZE in der Ukraine angegriffen.
Wachposten: Ein prorussischer Rebell hält Ausschau in der Ostukraine

Wachposten: Ein prorussischer Rebell hält Ausschau in der Ostukraine

Foto: DIMITAR DILKOFF/ AFP

Donezk/Wien - Eine von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ostukraine eingesetzte Drohne ist elektronisch mit einem Störsignal angegriffen worden.

Die Aufklärungsdrohne habe sich über von prorussischen Rebellen kontrolliertem Gebiet befunden und habe ein Störsignal "militärischer Stärke" empfangen, so die OSZE. Es sei bereits das dritte Mal, dass eines der unbemannten Flugzeuge angegriffen worden sei.

Die Drohnen sollen die Einhaltung der Waffenruhe in der Region überwachen. Anfang Oktober hatte Österreich zwei Drohnen zur Verfügung gestellt, Deutschland und Frankreich haben ebenfalls angeboten, sich an den Einsätzen zu beteiligen.

Die Drohnen ähneln großen Modellflugzeugen und werden mit einem Katapult in die Luft befördert. Sie werden mit einem kleinen Motor betrieben und können zwischen sechs und acht Stunden lang Videobilder zur Erde senden. Rund um die Bodenstation, wo der Pilot sitzt, können die Drohnen etwa 40 Kilometer weit fliegen.

Separatistenführer verhöhnt Poroschenko im TV

Die ukrainische Armee bestritt eine Beteiligung an der Störaktion. Erst am Sonntag hatten Unbekannte in der Nähe von Mariupol mit einer Luftabwehrkanone auf eine der Aufklärungsdrohnen geschossen, sie jedoch verfehlt.

Im Krisengebiet traf unterdessen ein weiterer russischer Konvoi ein. Rund 20 Lastwagen brachten insgesamt 100 Tonnen Hilfsgüter nach Donezk und Lugansk. Es war die sechste Lieferung dieser Art.

Die Drohung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, ein Gesetz über eine Teilautonomie des Unruhegebiets wieder aufzuheben, bezeichnete Separatistenführer Denis Puschilin im russischen Fernsehen als "hysterischen Anfall" des Staatschefs. Das Gesetz funktioniere sowieso nicht. Die Führung in Kiew habe "die Menschen im Donbass zu lange im Unklaren gelassen". Daher hätten die Aufständischen handeln und selbst Wahlen organisieren müssen.

vet/dpa
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