Ukraine Ex-Präsident Janukowytsch wegen Hochverrats zu Haftstrafe verurteilt

Im ersten Verfahren gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt der Ukraine ist Wiktor Janukowytsch verurteilt worden. Er soll Russland unter anderem bei der Annexion der Krim begünstigt haben.

Wiktor Janukowytsch
picture alliance / Komsomolskaya Pravda

Wiktor Janukowytsch


Ein Kiewer Gericht hat den ukrainischen Ex-Präsidenten Wiktor Janukowytsch des Hochverrats schuldig gesprochen und zu 13 Jahren Haft verurteilt. Es sei erwiesen, dass er Russland Beihilfe zur Führung eines Angriffskrieges geleistet habe, urteilte der Richter ukrainischen Medien zufolge.

Janukowytsch soll unter anderem nach seiner Absetzung die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland begünstigt haben. Das Strafmaß war zunächst nicht bekannt.

Im Februar 2010 hatte Janukowytsch die Präsidentenwahl gegen die prowestliche Regierungschefin Julia Timoschenko gewonnen. Er hatte sich im Februar 2014 nach wochenlangen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit fast hundert Toten auf dem Kiewer Maidan-Platz nach Russland abgesetzt.

Aus dem russischen Exil nahm Janukowytsch dann auch per Videokonferenz an dem Prozess teil. Dieser wurde bereits seit Mai 2017 in Abwesenheit des Angeklagten geführt. Die Verteidigung sieht das Verfahren als politisch motiviert an. Mehr als 50 hochrangige Zeugen, darunter der aktuelle Staatschef Petro Poroschenko und Ex-Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk, wurden befragt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist das erste Verfahren gegen ein ehemaliges Staatsoberhaupt in der Ukraine.

aev/dpa/AFP



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