Pipeline Richtung Europa Explosion an Gasleitung in der Ukraine

Die Stichflamme schoss 200 Meter in die Höhe: Eine wichtige Pipeline in der Ukraine ist von einer Explosion erschüttert worden. Die Ursache für die Detonation ist unklar, das Innenministerium stuft den Vorfall als möglichen Terrorakt ein.
Horizont in Flammen: Feuer nach Explosion einer Pipeline in der Ukraine nach zwei Stunden gelöscht

Horizont in Flammen: Feuer nach Explosion einer Pipeline in der Ukraine nach zwei Stunden gelöscht

Foto: DPA/ Ukrainian Emergency Service

Kiew - An einer ukrainischen Gasleitung in Richtung Europa ist es zu einer Explosion gekommen. Bei dem Vorfall in der Region Poltowa im Nordosten des Landes sei die Pipeline beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow schloss einen "Terrorakt" nicht aus. "Wir berücksichtigen verschiedene Theorien, darunter auch die Schlüsseltheorie - Terror", so Awakow laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der Explosion an der auch als "Transsibirische Pipeline" bekannten Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung sei offenbar niemand verletzt worden, teilte das Innenministerium in Kiew mit. Augenzeugen sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei.

Der ukrainische Pipeline-Betreiber Uktransgaz teilte mit, die Gaslieferungen nach Europa seien nicht betroffen, die Exporte liefen über eine parallele Leitung weiter. Das Feuer sei nach zwei Stunden gelöscht worden. Die Detonation ereignete sich in einem Gebiet, das bislang nicht von den Zusammenstößen zwischen ukrainischer Regierung und prorussischen Separatisten betroffen ist. Trotzdem stufte das Innenministerium den Vorfall als möglichen Terroranschlag ein.

Die Ukraine ist für die Europäische Union eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Moskau hatte Kiew am Montag den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland fortan nur noch gegen Vorkasse beliefern. Verhandlungen zwischen den Nachbarländern über ausstehende Gasrechnungen und den künftigen Gaspreis waren zuvor gescheitert. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte daraufhin vor "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

syd/kes/Reuters/AFP
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