US-Vizepräsident Biden verordnet Europa Einigkeit in der Ukraine-Krise

"Unangebracht und ärgerlich": US-Vizepräsident Biden hat die Klagen europäischer Länder wegen kostspieliger Russland-Sanktionen scharf kritisiert. In der Ukraine-Krise sei nun ein klarer, gemeinsamer Kurs gefordert.
US-Vizepräsident Biden: Europäer sind Opfer russischer Propaganda

US-Vizepräsident Biden: Europäer sind Opfer russischer Propaganda

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

Brüssel - US-Vizepräsident Joe Biden hat am Freitag in Brüssel entschieden vor Uneinigkeit der Europäer in der Ukraine-Krise gewarnt. Beim Besuch einer Sondersitzung der Fraktionsvorsitzenden des Europaparlaments sagte Biden laut Teilnehmern, die Klagen mancher EU-Mitgliedstaaten über teure Sanktionen gegen Russland seien unangebracht und ärgerlich.

"Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die USA und Europa fest zusammenstehen müssen. Russland darf keine neuen Grenzen in Europa ziehen. Doch genau das passiert gerade", so der US-Politiker weiter. Europa und die USA dürften sich ebenso wenig auseinander dividieren lassen wie die Nato.

Kritiker der Sanktionspolitik gegen Moskau sollten bedenken, dass auch sie vom derzeit niedrigen Ölpreis profitierten - und nachdenken, ob dieser nicht im Zusammenhang mit dieser entschlossenen Politik stünde.

Wenn die Einigkeit der Europäer bröckele, würden die Amerikaner über eigene Optionen nachdenken, so der Demokrat. Dabei verwies er auf die Sanktionen, die nicht nur fortgesetzt, sondern im Falle eines Scheiterns der jüngsten diplomatischen Initiative von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande noch verschärft werden müssten. Ob damit auch umstrittene Waffenlieferungen an die Ukraine gemeint seien, präzisierte Biden nicht.

Jedoch ließ er keinen Zweifel daran, dass diese diplomatische Initiative den Segen der Amerikaner hat - vermutlich auch, weil diese eine Möglichkeit bietet, mit der Kreml-Spitze wieder ins Gespräch zu kommen. Dies strebt die US-Regierung seit Längerem an.

Merkel und Hollande waren am Donnerstag zu einer außerplanmäßigen Reise in die Ukraine und nach Russland aufgebrochen. Dort hoffen sie, die Spannungen zwischen beiden Ländern, die in einem bewaffneten Konflikt ausarten, doch noch abbauen zu können. Am Abend treffen sie mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen.

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