Krise in der Ukraine Kramatorsk wieder unter Regierungskontrolle

Ukrainische Sicherheitskräfte haben das ostukrainische Kramatorsk wieder unter ihre Kontrolle gebracht. In Donezk besetzten Separatisten indes ein Gebäude des Geheimdienstes, in Gorlowka nahmen sie ein Verwaltungsgebäude ein.
Brennender Checkpoint in Kramatorsk: Stadt weitgehend von der Regierung zurückerobert

Brennender Checkpoint in Kramatorsk: Stadt weitgehend von der Regierung zurückerobert

Foto: AP/dpa

Kramatorsk/Donezk - In der Ukraine gehen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten weiter. Am Samstag haben ukrainische Sicherheitskräfte fast alle besetzten Verwaltungsgebäude der ostukrainischen Stadt Kramatorsk von den Separatisten befreit, teilte die Führung in Kiew mit. Die Auseinandersetzungen um die Gebäude hatten zwei Tage gedauert.

Ein Sprecher der moskautreuen "Volksmilizen" bestätigte, dass nur noch eine Behörde in der Hand der Separatisten sei. Bei der Offensive gegen die Männer sind ukrainischen Sicherheitskräften zufolge mindestens sechs Aktivisten getötet und 15 verletzt worden.

Die Aktivisten würden sich nun in der benachbarten Stadt Slowjansk mit Barrikaden auf weitere Angriffe der Sicherheitskräfte vorbereiten, teilte einer der Sprecher der Separatisten mit. "Am Stadtrand ziehen die Regierungstruppen Panzerfahrzeuge zusammen. Wir richten uns auf einen Sturm ein", sagte er nach Angaben der ukrainischen Agentur Unian.

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In der Gebietshauptstadt Donezk besetzten maskierte und mit Knüppeln bewaffnete Demonstranten am Abend ein Gebäude des Geheimdienstes SBU. Die Polizei habe nicht eingegriffen, hieß es. Auch in der Stadt Gorlowka erstürmten moskautreue Aktivisten ein Verwaltungsgebäude.

In Odessa waren am Freitagabend Dutzende Menschen bei Kämpfen zwischen ukrainischen Nationalisten und prorussischen Aktivisten gestorben. Ein Gewerkschaftsgebäude, in dem sich moskaufreundliche Kräfte verschanzten, wurde angezündet. Jüngsten Angaben zufolge starben etwa 40 Menschen, 200 wurden verletzt.

Prorussische Aktivisten halten in zahlreichen Städten im Osten der Ukraine Polizeiwachen und Regierungsgebäude besetzt. Kiew und die westlichen Staaten werfen Moskau vor, die Aktionen zu steuern und mit eigenen Spezialkräften zu unterstützen, um wie auf der ukrainischen Halbinsel Krim die Abspaltung der Region vorzubereiten.

In Slowjansk waren zudem am Samstagvormittag mehrere Militärbeobachter, darunter vier Deutsche, nach einwöchiger Geiselnahme freigelassen worden. Die Militärbeobachter sind am Abend in Berlin gelandet.

kha/dpa