Konflikt mit Russland Ukraine fordert deutsche Militärhilfe

Der ukrainische Außenminister Wadim Prystaiko hat sich mit einem dramatischen Appell an die Bundesregierung gewandt. Man brauche Unterstützung bei der Verteidigung des Landes, es gehe um das Überleben als Nation.
Ukrainischer Außenminister Wadim Prystaiko (Archivbild): "Die russische Aggression beenden"

Ukrainischer Außenminister Wadim Prystaiko (Archivbild): "Die russische Aggression beenden"

Foto: Kay Nietfeld/DPA

"Nicht genug, um das Sterben von Menschen zu beenden": Die ukrainische Regierung erwartet von Deutschland mehr als nur Diplomatie im Konflikt mit Russland. "Unsere Bitte um militärische Hilfe wurde leider abgelehnt", sagte Außenminister Wadim Prystaiko dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich hoffe, dass Berlin diese zurückhaltende Position überdenkt und sich doch entschließen wird, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken."

Deutschland und die EU hätten sehr viel für die Ukraine getan, sagte Prystaiko. Aber es sei eben nicht genug: "Wir beklagen 13.000 Tote, und es werden täglich leider mehr." Man wisse den Beitrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, "die russische Aggression zu beenden, hoch zu schätzen." Man wünsche sich aber viel mehr Unterstützung. "Denn es geht um unser Überleben als Nation."

Tote und Verletzte trotz Waffenruhe

In den ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk stehen sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegenüber. Trotz einer Waffenruhe gibt es immer noch Scharmützel mit Toten und Verletzten. Rund 13.000 Menschen sind nach Uno-Schätzung seit 2014 ums Leben gekommen.

Anfang Dezember hatten Kiew und Moskau beim Ukrainegipfel unter Vermittlung von Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Wiederbelebung des Friedensprozesses für die umkämpften Gebiete angestoßen. Nach jahrelangem Stillstand bekannte sich der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Friedensplan von 2015. Für Russland, das die Separatisten in den Regionen Luhansk und Donezk unterstützt, galt dies als wichtigstes Ergebnis des Gipfels.

Die Ostukraine ist nicht das einzige Konfliktfeld zwischen Russland und der Regierung in Kiew. Die Ukraine, die EU und die USA sehen in der Annexion der Krim durch Russland einen eklatanten Bruch des Völkerrechts. Der Kreml sieht dies dagegen schlicht als "Heimholung" an.

jki/mes/dpa
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