Nach Amtseinführung Selenskyjs Merkel sprach mit Macron und Putin über Ostukraine

Kurz nachdem in der Ukraine der neue Präsident Selenskyj vereidigt wurde, telefonierten Merkel, Macron und Putin zu dem Schicksal des Landes: Sie diskutierten den Friedensplan für die Ostukraine.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg
REUTERS

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg


Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit den Präsidenten Russlands und Frankreichs über Wege zum Frieden in der umkämpften Ostukraine diskutiert. In dem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin und Emmanuel Macron sei es darum gegangen, wie die Friedensvereinbarungen von Minsk nach dem Machtwechsel umgesetzt werden könnten, teilte die Bundesregierung mit.

Weitere Details nannte die Regierung allerdings nicht. Aus dem Kreml hieß es, es gebe keine Alternativen zu dem Friedensplan, der seit Langem auf Eis liegt.

Merkel und Macron kritisierten den Angaben aus Berlin zufolge das von Putin unlängst unterschriebene Dekret, wonach Menschen in der umkämpften Ostukraine - in Teilen der Gebiete Luhansk und Donezk - leichter russische Pässe bekommen sollen.

An den Friedensgesprächen sind neben Russland und der Ukraine auch Deutschland und Frankreich beteiligt. Seit 2014 sind infolge der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den von Moskau unterstützten Rebellen nach Uno-Schätzungen rund 13.000 Menschen getötet worden.

Selenskyj erwägt ukrainischen Medien zufolge, die Menschen in der Ex-Sowjetrepublik über einen möglichen Friedensvertrag mit Russland per Referendum abstimmen zu lassen. Es sollten nicht nur Politiker, sondern auch das Volk sprechen, sagte der frisch ernannte Leiter des Präsidialamtes, Andrej Bogdan. Selenskyj hatte die Amtsgeschäfte am Montag übernommen. Mit seiner Wahl gab es Hoffnungen, dass sich das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine entspannen könnte.

mal/dpa



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