Konflikt im Osten Ukraine-Friedensgespräche in Minsk geplatzt

Die ersten Tage verliefen schwierig, aber positiv, immerhin wurde ein Austausch von Gefangenen vereinbart. Doch die Freude war verfrüht: Die Friedensgespräch der Ukraine-Kontaktgruppe sind nun geplatzt. Ein neuer Termin ist nicht bekannt.
Ukrainische Soldaten bei Kramatorsk: Gefangenenaustausch beschlossen

Ukrainische Soldaten bei Kramatorsk: Gefangenenaustausch beschlossen

Foto: Sergei Chuzavkov/ AP/dpa

Donezk - Die Hoffnungen ruhten auf Tag drei der Verhandlungen der Ukraine-Kontaktgruppe, es sollte um eine Friedensregelung im Osten der Ukraine gehen. Dazu wird es vorerst nicht mehr kommen: Ein für diesen Freitag in Minsk geplantes Treffen ist mehreren Nachrichtenagenturen zufolge geplatzt. Es werde keine Gespräche an diesem Tag in Weißrussland geben, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Dmitrij Mirontschik, am Freitag. Ein neuer Termin wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Zuvor hatten sich auch die prorussischen Separatisten skeptisch gezeigt, dass die am Mittwoch und Donnerstag geführten Gespräche in der weißrussischen Hauptstadt fortgesetzt werden könnten. Der Separatistenvertreter Denis Puschilin teilte der Agentur Interfax mit, dass die Aufständischen mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die neue Zusammenkunft vorbereitet hätten. Allerdings habe die ukrainische Seite nicht reagiert.

Die Ukraine-Kontaktgruppe hatte in Minsk am Mittwoch rund fünf Stunden getagt und am Donnerstag über das Internet eine Videokonferenz organisiert. Dabei war die Rede von schwierigen Gesprächen.

Austausch aller Gefangenen

Geeinigt hatten sich die Konfliktparteien allerdings auf den Austausch aller Gefangenen. Die Separatisten und die ukrainische Seite teilten übereinstimmend mit, dass 225 Anhänger der Aufständischen und 150 Angehörige der Sicherheitskräfte freigelassen werden sollten. Der Austausch war nach Informationen aus Donezk noch am Freitag geplant.

Die Ukraine wirft Russland vor, die prorussischen Rebellen im Osten des Landes mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. In dem Konflikt zwischen Regierungstruppen und Separatisten wurden seit April mehr als 4700 Menschen getötet.

yes/dpa/AFP
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