Waffenexport im Ukraine-Konflikt Italienisch-russisches U-Boot-Projekt gestoppt

Frankreich und Großbritannien liefern weiter Waffen nach Russland. Italien jedoch reagiert offenbar auf den Abschuss von Flug MH17: Nach russischen Angaben wurde ein U-Boot-Projekt ausgesetzt.

Moskau - Darf der Westen weiter Waffen und Rüstungsgüter an Russland liefern? Die EU-Länder diskutieren ein Waffenembargo gegen Moskau - doch längst sind sich die Mitgliedstaaten nicht einig. Frankreich will Russland einen Hubschrauberträger der Mistral-Klasse übergeben - ungeachtet der Debatte über schärfere Sanktionen gegen Moskau. Das Geschäft war 2011 vereinbart worden, Paris will es nun durchziehen, ungeachtet der Kritik.

Auch Großbritannien liefert mitten in der Ukraine-Krise weiterhin Waffen im Wert von Milliarden an Russland, darunter Scharfschützengewehre, Nachtsichtgeräte, Munition für Kleinwaffen, Panzerwesten und Kommunikationsausrüstung.

Italien hat sich offensichtlich nun anders entschieden: Wie die russische Agentur Itar-Tass meldete, wurde ein italienisch-russisches U-Boot-Projekt gestoppt. Betroffen sei ein seit Langem vereinbartes Geschäft zwischen der russischen Firma Rubin und der italienischen Werft Fincantieri, die gemeinsam ein U-Boot der Klasse "S-1000" mit Dieselantrieb und Brennstoffzelle entwickeln wollen. Die Arbeiten hatten 2004 nach langwierigen Verhandlungen begonnen.

"Zu unserem Bedauern wurde das Projekt wegen der bekannten politischen Situation gestoppt", zitierte Itar-Tass den Chef des Marine-Entwicklungsbüros der Firma Rubin, Igor Wilnit. Das Unternehmen wollte sich offiziell nicht dazu äußern.

Die EU will bis Ende Juli auch über Sanktionen gegen Russland in einzelnen Wirtschaftsbereichen entscheiden. Die Bundesregierung hatte bereits Mitte März die Auslieferung eines bestellten Gefechtsübungszentrums für das russische Heer auf Eis gelegt. Das Gefechtsübungszentrum im russischen Mulino will Rheinmetall noch in diesem Jahr fertigstellen. Dort können jährlich bis zu 30.000 Soldaten ausgebildet werden.

heb/Reuters