Einsatz gegen Separatisten Kampfflugzeuge kreisen über Donezk

Ukrainische Truppen und Separatisten liefern sich in Donezk weitere Kämpfe. Bei ihrer "Anti-Terror-Operation" setzt die Regierung des Landes auch Kampfjets über der Millionenstadt ein. Die Separatisten haben offenbar einen polnischen Pfarrer entführt.
Jesus-Bildnis zwischen Scherben in Donezk: Pastor soll entführt worden sein

Jesus-Bildnis zwischen Scherben in Donezk: Pastor soll entführt worden sein

Foto: YANNIS BEHRAKIS/ REUTERS

Kiew - Auch nach der Wahl am Sonntag kommt die Ostukraine nicht zur Ruhe: In der ostukrainischen Stadt Donezk sind erneut Schüsse gefallen. Über der Stadt kreisten Kampfflugzeuge, wie örtliche Internetportale am Mittwoch berichteten. Bürgermeister Alexander Lukjantschenko empfahl den Einwohnern der Millionenstadt, aus Sicherheitsgründen zu Hause zu bleiben sowie Fenster und Balkone zu meiden.

Die prowestliche Führung geht in der Region mit einer "Anti-Terror-Operation" gegen prorussische Kräfte vor, die weitgehend die Industriemetropole kontrollieren.

Die Separatisten behaupteten, sie hätten den Flughafen zurückerobert. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Erst am Montag hatte die Regierung erklärt, der Flughafen der Millionenstadt sei in der Hand ihrer Truppen. Ukrainische Sicherheitskräfte wiederum melden, sie hätten in der Nähe des Flughafens einen mit Waffen beladenen Bus gestoppt. Dabei seien mehrere Panzerfäuste sichergestellt worden.

Auf Seite der Separatisten sollen Tschetschenen kämpfen

Die Separatisten haben derweil offenbar einen polnischen Priester entführt. Die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf den katholischen Bischof in Charkiw, der Priester werde vermutlich im Gebäude des Sicherheitsdienstes der selbst ernannten Volksrepublik Donezk gefangen gehalten. Über die Forderungen der Entführer sei noch nichts bekannt.

Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski sagte, das Konsulat in Donezk bemühe sich bereits seit Dienstag um die Freilassung des Ordensgeistlichen. Er war an diesem Tag in Donezk verschwunden.

Der Militärexperte Dmitri Tymtschuk betonte, dass in den Reihen der Aufständischen mehrere Ausländer kämpften. So seien unter den Getöteten Serben sowie Russen aus der Konfliktregion Nordkaukasus, etwa aus dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien, identifiziert worden. Russland und die Separatisten wiederum behaupten, dass in den Reihen der Regierungstruppen US-Söldner kämpfen.

ade/dpa
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