Ukraine-Konflikt Krim-Tataren blockieren Lieferungen

Hunderte Aktivisten blockieren die Zufahrt von Lkw auf die Krim: Mit der Aktion wollen sie gegen die völkerrechtswidrige Annexion der Halbinsel von Russland und zunehmende Menschenrechtsverletzungen protestieren.

Übergang zur Krim: Aktivisten blockieren Zufahrt für Lkw
AFP

Übergang zur Krim: Aktivisten blockieren Zufahrt für Lkw


Mehrere hundert Krim-Tataren sowie Vertreter der rechtsextremen Bewegung "Rechter Sektor" haben am Sonntag die Zufahrt für Lieferwagen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim gesperrt. Mit Betonblocks stoppten die Demonstranten an drei Übergängen alle Lieferungen aus der Ukraine auf die Krim.

Mit ihrer Aktion wollten die Aktivisten auch gegen Menschenrechtsverletzungen auf der Krim protestieren, die sich laut der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seit der Annexion durch Russland häufen. Einer der Anführer der Krim-Tataren, Mustafa Djemiljew, veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite mehrere Forderungen - darunter die Freilassung politischer Gefangene, die sich auf der Krim oder in Russland in Arrest befinden.

Der prorussische Vize-Ministerpräsident auf der Krim, Ruslan Balbek, bestätigte in russischen Nachrichtenagenturen die Blockade. Zugleich versicherte er aber, dies sei nicht von Bedeutung, denn fast alle Nahrungsmittel-Lieferungen für die Krim kämen aus Russland.

Russland hatte im Zuge des Ukraine-Konflikts im März 2014 die zuvor ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert. Kiew und westliche Staaten bewerteten dies als völkerrechtswidrig, auch die EU verhängte harte Sanktionen gegen Moskau.

Die Ukraine, die die Annexion nicht anerkennt, hatte ihrerseits im September 2014 eine "freie Wirtschaftszone" auf der Krim ausgerufen. Somit müssen ukrainische Unternehmen bei Exporten keine Steuern zahlen und können besser mit russischen Firmen konkurrieren.

wit/AFP



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