Ukraine-Krise Nato wirft Russland Lieferungen schwerer Waffen an Separatisten vor

Das Aufrüsten geht weiter: Die Nato wirft Moskau vor, den Konflikt in der Ostukraine weiter zu schüren. Die prorussischen Separatisten seien von Putin mit hochmodernen Panzern und Boden-Luft-Raketen versorgt worden.
Panzer in der Nähe der ostukrainischen Grenze: "Nicht einfach so auf dem offenen Markt zu kaufen"

Panzer in der Nähe der ostukrainischen Grenze: "Nicht einfach so auf dem offenen Markt zu kaufen"

Foto: DOMINIQUE FAGET/ AFP

Brüssel - Das Aufrüsten der prorussischen Separatisten im Ukraine-Konflikt hat nach Sicht der Nato die nächste Stufe erklommen: Das transatlantische Bündnis warf Russland vor, die Moskau-nahen Rebellen mit schweren Waffen zu versorgen. Hunderte Ausrüstungsgegenstände hätten in den vergangenen Wochen die russisch-ukrainische Grenze passiert und seien in die Separatistengebiete gelangt, teilte eine Nato-Sprecher in Brüssel mit. Darunter: hochmoderne Panzer und Boden-Luft-Raketen.

Einige der Geräte seien so komplex, dass sie ohne langwieriges Training nicht von Separatisten bedient werden könnten. "Diese schwere Ausrüstung kann nicht einfach so auf dem offenen Markt in Donezk gekauft werden", sagte die Sprecherin weiter. Russland hat stets den Vorwurf des Westens negiert, Waffen und militärische Ausrüstung in die Arme der Separatisten gespielt zu haben.

Erst kürzlich hatten die angeblichen Pläne der US-Regierung im schwelenden Ukraine-Konflikt für Aufregung gesorgt: Einem Medienbericht zufolge erwog die USA als mächtigstes Nato-Land, die ukrainischen Streitkräfte nicht mehr nur mit militärischer Ausrüstung, sondern nun auch mit Waffen ausstatten zu wollen. Später stellte US-Präsident Barack Obama in einem CNN-Interview klar, "in der nahen Zukunft" keine Waffenlieferungen durchzuführen. Er sagte, er setze weiterhin auf Wirtschaftssanktionen als effizientestes Mittel.

Die Ukraine-Krise wird bei der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende ein bestimmendes Thema sein. Unter anderem werden die Außenminister der USA und Russlands, John Kerry und Sergej Lawrow, erwartet.

daf/dpa
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