Ukraine-Krise Nato wirft Russland Lieferungen schwerer Waffen an Separatisten vor

Das Aufrüsten geht weiter: Die Nato wirft Moskau vor, den Konflikt in der Ostukraine weiter zu schüren. Die prorussischen Separatisten seien von Putin mit hochmodernen Panzern und Boden-Luft-Raketen versorgt worden.

Panzer in der Nähe der ostukrainischen Grenze: "Nicht einfach so auf dem offenen Markt zu kaufen"
AFP

Panzer in der Nähe der ostukrainischen Grenze: "Nicht einfach so auf dem offenen Markt zu kaufen"


Brüssel - Das Aufrüsten der prorussischen Separatisten im Ukraine-Konflikt hat nach Sicht der Nato die nächste Stufe erklommen: Das transatlantische Bündnis warf Russland vor, die Moskau-nahen Rebellen mit schweren Waffen zu versorgen. Hunderte Ausrüstungsgegenstände hätten in den vergangenen Wochen die russisch-ukrainische Grenze passiert und seien in die Separatistengebiete gelangt, teilte eine Nato-Sprecher in Brüssel mit. Darunter: hochmoderne Panzer und Boden-Luft-Raketen.

Einige der Geräte seien so komplex, dass sie ohne langwieriges Training nicht von Separatisten bedient werden könnten. "Diese schwere Ausrüstung kann nicht einfach so auf dem offenen Markt in Donezk gekauft werden", sagte die Sprecherin weiter. Russland hat stets den Vorwurf des Westens negiert, Waffen und militärische Ausrüstung in die Arme der Separatisten gespielt zu haben.

Erst kürzlich hatten die angeblichen Pläne der US-Regierung im schwelenden Ukraine-Konflikt für Aufregung gesorgt: Einem Medienbericht zufolge erwog die USA als mächtigstes Nato-Land, die ukrainischen Streitkräfte nicht mehr nur mit militärischer Ausrüstung, sondern nun auch mit Waffen ausstatten zu wollen. Später stellte US-Präsident Barack Obama in einem CNN-Interview klar, "in der nahen Zukunft" keine Waffenlieferungen durchzuführen. Er sagte, er setze weiterhin auf Wirtschaftssanktionen als effizientestes Mittel.

Die Ukraine-Krise wird bei der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende ein bestimmendes Thema sein. Unter anderem werden die Außenminister der USA und Russlands, John Kerry und Sergej Lawrow, erwartet.

daf/dpa



insgesamt 46 Beiträge
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Leser1000 03.02.2015
1. Keine Überraschung!
Wo sollen die Waffen von Putins Stellvertreteren denn sonst herkommen? Glaubt jemand die fallen vom Himmel? Trotzdem ist es eine andere Frage, ob eigene Waffenlieferungen des Westens sinnvoll sind. Putin steuert dann eben nach - mindestens. Genau diese Karte dürfte Putin ausspielen. Der Druck muß anderweitig weitergehen salopp gesprochen und wenn die USA "fracken was das Zeug hält." In der globalisierten und technisierten Welt gibt es vielfältige Möglichkeiten Einflus zu nehmen. Man muss es allerdings durchhalten.
Ulrike E. 03.02.2015
2. Behaupten kann man viel!
Wo sind die Beweise? Oder ist dies neuerdings nicht mehr notwendig, wenn es aus NATO-Kreisen stammt?
bärchen07 03.02.2015
3.
Die Separatisten brauchen keine Panzer aus Russland. Die grösste Panzerfabrik der Ukraine ist in ihren Händen wie noch andere Rüstungsfirmen die fast alle in der Ostukraine angesiedelt sind.
herzblutdemokrat 03.02.2015
4. Keine Überraschung...
Was die Russen dort treiben geht unter keine haut mehr. Wenn man die Bilder aus der Ostukraine sieht besteht überhaupt kein Zweifel mehr das dort fremde Waffen hingelangt sind. Woher sollen die Separatisten derart moderne Waffensysteme her haben, wenn nicht von Putin? Am schlimmsten finde ich das die USA keine Waffen mehr liefern wollen. Auf kurz oder lang wird die Ukraine ohne unsere Hilfe in russische Hände fallen.
caphalor 03.02.2015
5.
Was für ein Zufall, da die USA Waffen liefern wollen, somit auch Europa muss man jetzt bisschen Stimmung machen um das ein wenig durchzukriegen. Wetten das in den nächsten Tagen nur noch solche Berichte kommen werden und das dann nach paar Wochen die Waffen geliefert werden. Eines sage ich euch allen, wenn es zum Krieg kommen wird und das wollen anscheinend die Eliten des Westen dann wird Deutschland als eines der ersten Länder ausgelöscht, haben hier ja den Amis schön erlaubt schön viele Stützpunkte zu bauen
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