Ukraine-Krise Konfliktparteien planen direkte Gespräche

Die Lage in der Ostukraine eskaliert, Separatisten und Armee liefern sich heftige Gefechte. Nun soll es Gespräche geben. Zunächst ist eine Videokonferenz geplant.

Ukrainische Spezialeinheiten (bei Slowjansk): Pläne für Gespräche
REUTERS

Ukrainische Spezialeinheiten (bei Slowjansk): Pläne für Gespräche


Amman - Im Konflikt um die Ostukraine wollen die verfeindeten Parteien nun doch miteinander sprechen. Laut einer neuen Vereinbarung sollen spätestens am Dienstag Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten im Osten des Landes beginnen. Das sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag am Rande seiner Nahost-Reise in Jordanien.

Demnach soll es zunächst eine Videokonferenz der sogenannten Kontaktgruppe aus Ukraine, Russland und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit Vertretern der Separatisten geben. "Unmittelbar danach" soll es dann an einem noch nicht genannten Ort auch ein direktes Treffen geben.

Die Vereinbarung stützt sich nach Steinmeiers Angaben auf eine einstündige Telefonkonferenz, an der auch die Außenminister aus Frankreich und der Ukraine, Laurent Fabius und Pawlo Klimkin, sowie der Leiter der russischen Präsidialverwaltung, Sergej Iwanow, teilnahmen.

Als Ziel wurde von allen Beteiligten in einer schriftlichen Erklärung ein "tragfähiger, beidseitiger Waffenstillstand" genannt. Die russische Seite sagte zu, ihren Einfluss auf die Separatisten geltend zu machen.

Nato: Russland erhöht Truppenpräsenz an der Grenze

Die Lage in der Ostukraine ist seit Beginn der Offensive der Regierungstruppen gegen die prorussischen Separatisten eskaliert. Am Montag lieferten sich die beide Parteien heftige Kämpfe in Luhansk, am Sonntag hatte eine Granate einen Menschen in einer russischen Grenzstadt getötet und die Spannungen zwischen Kiew und Moskau weiter verschärft. Russland hatte darauf hin mit militärischen Gegenschlägen gedroht.

Präsident Petro Poroschenko wirft Russland vor, sich mit Offizieren direkt an den Gefechten zu beteiligen. Zudem hält die Regierung in Kiew dem Nachbarland vor, Truppen an der Grenze zusammenzuziehen sowie Einheiten und Waffen in die Ostukraine einzuschleusen.

Laut Nato hat Russland die Präsenz von Truppen im Grenzgebiet zur Ukraine wieder deutlich erhöht. "Derzeit schätzen wir, dass zwischen 10.000 und 12.000 russische Truppen im Grenzgebiet sind", sagte ein Nato-Beamter am Montag in Brüssel. Mitte Juni habe die Zahl weniger als 1000 betragen.

LESEN SIE HIER, WIE SICH DER KONFLIKT IM NETZ ÄUSSERT

sun/dpa/Reuters

insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
andy2000münchen 14.07.2014
1. Vielleicht bringt die Videokonferenz etwas
Hoffen wir, dass die Videokonferenz etwas bringt. Alle beteiligte Parteien zusammen, ein geben und nehmen. Sicherer und besser für alle. Föderalismus für die Regionen, mehr Eigenständigkeit für alle. Aufbau der gesamten Ukraine. Blauhelme oder ähnliche überwachen die Grenzen. Es gibt genug in der Ukraine was aufgebaut werden muss. Vielleicht kommen nun doch alle zur Besinnung.
david_hume 14.07.2014
2. @1
ein UNO - Blauhelmeinsatz wäre sicherlich eine vernünftige Option, verbunden mit einer Demilitarisierung der gesamten Region.
calvincaulfield 14.07.2014
3. Schön wär's
Zitat von andy2000münchenHoffen wir, dass die Videokonferenz etwas bringt. Alle beteiligte Parteien zusammen, ein geben und nehmen. Sicherer und besser für alle. Föderalismus für die Regionen, mehr Eigenständigkeit für alle. Aufbau der gesamten Ukraine. Blauhelme oder ähnliche überwachen die Grenzen. Es gibt genug in der Ukraine was aufgebaut werden muss. Vielleicht kommen nun doch alle zur Besinnung.
Das wollten ja die sogenannten Separatisten von Anfang an. Das lehnt aber Poroschenko strikt ab. Ansonsten stimme ich andy ausnahmsweise voll und ganz zu. Endlich mal ein vernünftiger Beitrag von ihm. Ich befürchte, dass es nur eine vorgetäuschte Friedensbemühung ist. Der Rechte Sektor wird da nicht mitmachen, und Poroschenko blüht das gleiche Schicksal wie Janukowitsch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
tolate 14.07.2014
4. Schaun wer mal.
Ehrlich gesagt, zur Zeit ist nicht zu entscheiden, ob das Ganze nicht doch wieder nur eine Camouflage für weitere militärische Vorbereitungen ist, wie schon einmal. Spätestens dann, wenn Poroschenko nach Beratungen mit den USA und seinen innenpolitischen Freunden/Konkurrenten mit der überraschenden Entscheidung "Weiterkämpfen bis zum Sieg" den neuen Kurs bekannt gibt, wird man es wissen.
RoWisch 14.07.2014
5.
Zitat von andy2000münchenHoffen wir, dass die Videokonferenz etwas bringt. Alle beteiligte Parteien zusammen, ein geben und nehmen. Sicherer und besser für alle. Föderalismus für die Regionen, mehr Eigenständigkeit für alle. Aufbau der gesamten Ukraine. Blauhelme oder ähnliche überwachen die Grenzen. Es gibt genug in der Ukraine was aufgebaut werden muss. Vielleicht kommen nun doch alle zur Besinnung.
Erst müssen aber die Waffen zum schweigen gebracht werden. Es sieht aber nicht danach aus. Moskau beteuert ständig die absolute Neutralität, aber ist es wirklich so? Ich denke es wird leider weiterhin den aus Moskau angezettelten Bürgerkrieg geben. Der Westen muß erst weichgekocht werden, damit er Moskau bittet sie "Friedensmission" aufzunehmen und Armee einführen, wie Putin versprochen hat.
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