Nato-Bericht Russland erhöht Truppenzahl an der Grenze zur Ukraine

Moskau hat nach Nato-Informationen einige Tausend zusätzliche Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert. Moskau spricht von einer "Sicherheitsmaßnahme", Nato-Generalsekretär Rasmussen fordert eine eindringliche Reaktion des Westens.

Russische Soldaten nahe der russisch-ukrainischen Grenze (Archivbild): "Neue militärische Aufrüstung"
REUTERS

Russische Soldaten nahe der russisch-ukrainischen Grenze (Archivbild): "Neue militärische Aufrüstung"


London - Russland hat seine Truppen an der Grenze zur Ukraine offenbar erheblich verstärkt. Das teilte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit. Der Kreml habe mindestens "einige Tausend" zusätzliche Soldaten dort im Einsatz. "Wir beobachten eine neue militärische Aufrüstung Russlands rund um die ukrainische Grenze", so Rasmussen.

Moskau bestätigte einen Aufmarsch von Truppen an der Grenze. Es gehe um eine Sicherheitsmaßnahme, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu rund zwei Stunden, nachdem sich Rasmussen geäußert hatte.

Ein namentlich nicht genannter Armeemitarbeiter sagte der Zeitung "RBK daily", dass es sich um "einige Tausend" Soldaten handele. Das Militär habe sich für einen Aufmarsch entschlossen, da die Gefechte in der Ukraine nicht abklingen würden. In den Gebieten Rostow und Belgorod würden zudem Manöver abgehalten.

Nato-Chef Rasmussen kritisierte Moskau für diese Entwicklung: Er halte die Aufrüstung für einen "bedauerlichen Rückschritt". Es sehe so aus, als halte sich Russland weiter die Möglichkeit offen, in den Ukraine-Konflikt einzugreifen. Die internationale Gemeinschaft müsse darauf eindringlich reagieren, etwa mit Wirtschaftssanktionen, forderte er.

Poroschenko will EU-Abkommen kommende Woche unterzeichnen

Mit diesem Mittel hatte auch der amerikanische Vizepräsident Joe Biden Russland gedroht. Sollte das Land den Separatisten in der Ukraine nicht Einhalt gebieten, müssten die USA und ihre Partner zusätzlichen wirtschaftlichen Druck ausüben.

Die Kämpfe im Osten der Ukraine halten indes an. Prorussische Separatisten und Regierungssoldaten haben sich am Donnerstag erneut schwere Kämpfe geliefert. Die Rebellen lehnen den prowestlichen Kurs der Regierung in Kiew ab. Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen und anderem Kriegsgerät zu versorgen. Russland weist dies zurück.

Der neue ukrainische Präsident Petro Poroschenko kündigte an, am 27. Juni den zweiten Teil des Assoziierungsabkommens mit der EU zu unterzeichen.

fab/kes/dpa



insgesamt 332 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
abraxas63 19.06.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSMoskau hat nach Nato-Informationen einige Tausend zusätzliche Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert. Generalsekretär Rasmussen forderte, der Westen müsse auf diese "Aufrüstung" eindringlich reagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-russland-erhoeht-laut-nato-truppenzahl-an-grenze-a-976158.html
Komisch, sollte Russland nicht die Grenzen besser bewachen?
vonpreungesheim 19.06.2014
2. Rasmussen
Zitat von sysopREUTERSMoskau hat nach Nato-Informationen einige Tausend zusätzliche Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert. Generalsekretär Rasmussen forderte, der Westen müsse auf diese "Aufrüstung" eindringlich reagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-russland-erhoeht-laut-nato-truppenzahl-an-grenze-a-976158.html
soll ein paar Beta Blocker einwerfen und den Ball flach halten. Hat der Mann keinen Sandkasten, wo er ein bisschen Krieg spielen kann, -vielleicht mit Onkel Gauck zusammen?
Zaphod 19.06.2014
3. Hüh und Hott
Einerseits soll Russland die Truppen an der Grenze zur Ukraine abziehen, andererseits soll es die Grenze besser kontrollieren. Es ist schon toll, dass die Nato ernsthaft Forderungen stellt, die sich gegenseitig ausschließen. Deutlicher kann nicht gezeigt werden, dass es der Nato nur darum geht, Russland zu reizen und zu schädigen. Warum hält sich der Herr Generalsekretär nicht einfach mal zurück. Die Ukraine ist kein Nato-Land - und wird es hoffentlich auch nie - und Russland hat das Recht, innerhalb seiner Grenzen zu machen, was es will. Die Nato hat keine Berechtigung, an Russland irgendwelche Forderungen zu stellen!
weiterer_zensurgegner 19.06.2014
4.
Zitat von sysopREUTERSMoskau hat nach Nato-Informationen einige Tausend zusätzliche Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert. Generalsekretär Rasmussen forderte, der Westen müsse auf diese "Aufrüstung" eindringlich reagieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-konflikt-russland-erhoeht-laut-nato-truppenzahl-an-grenze-a-976158.html
Die NATO soll sich mal entscheiden was Russland machen soll. Sollen die jetzt die Grenze kontrollieren oder nicht? Abgesehen davon, es wird höchste Zeit, dass Rasmussen endlich abgelöst wird. Der Mann ist doch nur noch peinlich.
JohnC. 19.06.2014
5. Optionen
Russland hat zwei Optionen: Entweder zieht es seine Truppen von der Grenze ab. Dann kommt umgehend die Forderung, die Grenze endlich zu sichern, um den Separatisten den Nachschub abzuschneiden. Oder es stationiert zusätzliche Truppen an der Grenze. Dann kommt umgehend die Forderung diese Truppen abzuziehen. Russland kann machen was es will, es ist falsch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.